Anton Chizhenok (Oligarkh): Russische Kunst zwischen Zensur, Symbolsprache und Europa
Episode von Gegen den Strom von Patrik Baab · 9. August 2026 · 48 min
Anton Chizhenok, Künstler und Art Director der Petersburger Band „Oligarkh", spricht mit Patrik Baab über die Rolle von Kunst und Kultur im heutigen Russland. Sein Projekt verbindet orthodoxe Gesänge und slawische Folklore mit elektronischen Beats – ein Brückenschlag, wie er ihn selbst versteht.
Themen dieser Folge:
– Oligarkh als Kunstprojekt: Vom „Schlafzimmer-Produzenten" zur international gefeierten Band
– Identität zwischen Ost und West: Warum Russland für Anton kulturell tief in Europa verwurzelt bleibt
– Leben im Ausnahmezustand: Die Flucht nach Serbien 2022 und die Rückkehr nach Russland
– Symbolische Sprache: Wie russische Künstler heute unterhalb der Strafbarkeitsgrenze kommunizieren
– Kultur als „Soft Power": Die Gratwanderung zwischen staatlicher Förderung und künstlerischer Unabhängigkeit
– Zwischen den Stühlen: Auftritte im Westen und die Nominierung für den Berlin Music Video Award
„Russische Kultur und Literatur sind seit über tausend Jahren Teil Europas. Für mich gibt es diese Trennung im Inneren nicht, egal wie die politische Situation aussieht."
Kapitel:
(00:00) Einleitung: Russland als Teil der europäischen Kultur
(01:30) Wer ist Anton? Die Ursprünge der Band Oligarkh
(04:20) Der Name „Oligarkh": Zwischen Etymologie und 90er-Dokumentationen
(07:15) Von St. Petersburg auf die internationalen Bühnen
(08:30) Die Verbindung zu Daria Dugina und Alexander Dugin
(11:50) Die Flucht 2022: Auf dem „Philosophenschiff" nach Belgrad
(14:40) Schätzungen zur Emigrationswelle junger Russen
(16:00) Die Rückkehr nach Russland: Familie und finanzielle Realität
(17:30) Politische Repression und die „symbolische Sprache"
(19:30) Zwischen den Stühlen: Auftritte im Westen und staatliche Förderung
(22:50) Die Kunst der Collage: Visuelle Identität und Wiedererkennung
(26:30) Kooperationen: Von Gebeten bis zu „World of Tanks"
(29:30) St. Petersburg: Das Fenster nach Europa bleibt offen
(33:30) Vergleich mit Leningrad und Sergey Shnurov
(36:00) Professor Karaganov und das Ende der „europäischen Reise"
(39:10) Der Ukraine-Konflikt: Persönliche Betroffenheit und rechtliche Grenzen
(41:40) Die Mission: Post-sowjetische Länder kulturell verbinden
(43:10) Kultur als politisches Instrument: Der Fall Gergiev
(44:30) Berlin Music Video Awards: Nominierung neben Björk und Rosalía
(45:40) Ausblick: Neue Projekte
(48:10) Fazit und Abschluss
Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.
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© 2026 Patrik Baab
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