Das Politische im Werk von Pier Paolo Pasolini
Episode von Fem Poem · 3. Mai 2022 · 1 h 00 min
In dieser Episode von FEMPOEM liest Romina Achatz aus ihrem unveröffentlichtem Werk „Die Körper des Politischen im Werk von Pier Paolo Pasolini“.
Wie kein anderer italienischer Poet, Schriftsteller, Maler, Redakteur, Theater- und Filmregisseur begleitet der 1922 in Bologna geborene Pier Paolo Pasolini mit seinen literarischen wie audiovisuellen Werken die gesellschaftlichen Veränderungen Italiens von der Nachkriegszeit bis 1975. Seine Werke sind Indikatoren, um den gesellschaftlichen und politisch- kulturellen Wandel Italiens zu ergründen. Politik und Kunst können in seinem Schaffen unmöglich getrennt betrachtet werden. Der Schauspieler Antonio Iacono, bekannt aus Fellinis La Dolce Vita, behauptet, dass jedes einzelne Werk Pasolinis politisch sei. Es handle sich um die Politik eines Menschen, der es vermöge, Kritik in Form von Poesie zu äußern. Pasolini bezeichnet seine Filme als politische Aktionen.
In der Radiosendung beschreibt Romina Achatz unterschiedlichs
Il Vangelo secondo Matteo seine Matrix findet. Romina Achatz beschreibt die Gramsci Phase, die 1964 mit einem Film endet, der vom weltweiten Zerfall der Staatsmarxismen und vom Ende des italienischen Kommunismus handelt. Pasolini gibt an, dass er bis zu dem Tod Palmiro Togliattis aus dem Drang einer politischen Bewusstseinsbildung heraus Filme gemacht habe. Danach habe es große gesellschaftlich Veränderungen gegeben-Pasolini beschreibt sie als anthropologische Mutation. Pasolini schreibt zwischen 1973 und 1975 politische Pamphlete für die Mailänder Tageszeitung Corriere della sera. Diese Zeitungsartikel fungieren als Grundlage des Theorems für seinen letzten Film Saló o le centoventi giornate di Sodoma. Er handelt von den Folgen der neuen Religion des Kapitalismus beziehungsweise Konsumismus auf die Menschen: von der Verdinglichung und Homogenisierung der Körper, dem Verlust der Sinne, der Werte, der Dialekte, des Glaubens an Gott, Kirche und den eigenen Körper.
Romina S. Achatz
Weitere Episoden von „Fem Poem“
- Writing through Grief 18. Oktober 2026
- Antonin Artaud and Jacques Prevel: A raw Creative Rapport in 1946/47 Paris 6. Oktober 2026
- Stephan Hellweg: Zwischen Brasilien, Eifel und Berlin 13. August 2026
- Butoh histories: Seminal and forgotten figures of 1950&1960s Japan 14. Juli 2026
- An exploratory cultural and theoretical history of mermaids 25. April 2026
- Invisible People: an exploratory, experimental film on Butoh 25. November 2025
- Stephen Barber on Zoo Hotel Delirium 7. November 2025
- Butoh, Film, Archives, Memories 20. September 2025
- Imagination und Bewegung in Butoh 2. September 2025
- Tatsumi Hijikata: Entstehungsgeschichte des Butoh 5. Mai 2025
- Vom Datenkapitalismus zum Tech-Faschismus 4. Februar 2025
- Chinas grüne Wende- WIE MACHT CHINA KLIMAPOLITIK? 3. Januar 2025
- Minako Seki: about life, dance and Butoh 13. September 2024
- Theory of art curating 14. Juli 2024
- Ghosts in other birds 20. Mai 2024