Merz und Macron wollen EU-Erweiterung auf dem Westbalkan beschleunigen

Episode von Ekonominin Sesi - International (Deutsch) von Offizieller Apple Podcasts-Account von Ekonominin Sesi. · 22. Oktober 2026 · 1 min

Montenegro wird als das aussichtsreichste Land für den nächsten EU-Beitritt unter den sechs Westbalkanstaaten angesehen. Bundeskanzler Friedrich Merz ist in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal dort zu Gast. Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will er die EU-Erweiterung beschleunigen. Montenegro hat 2026 den Vorsitz im sogenannten Berliner Prozess inne, einem diplomatischen Format, das Angela Merkel 2014 ins Leben gerufen hat, um die Annäherung des Westbalkans an die Europäische Union zu fördern. Ein Beitritt Montenegros im Jahr 2028 ist eine Möglichkeit, aber nicht beschlossen.

Der Weg zur Mitgliedschaft bleibt von Hindernissen geprägt. Albanien hofft auf einen EU-Beitritt bis 2030. Serbiens Verhandlungen stocken seit Jahren; Nordmazedonien wird von Bulgarien und Griechenland blockiert. In Bosnien und Herzegowina erschweren ethnische Spannungen den Prozess, während Kosovo noch nicht einmal Beitrittskandidat ist. Auch Montenegro stößt auf Widerstand, unter anderem von Kroatien, wegen Forderungen nach Entschädigung und Wiedergutmachung für den Zerfall Jugoslawiens. Merz und sein Team scheinen sich zudem Sorgen um russischen Einfluss durch Desinformation und Energieabhängigkeiten sowie um Chinas Einfluss durch Infrastrukturinvestitionen zu machen. Große Durchbrüche oder Abkommen werden beim Gipfel nicht erwartet.

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