Mehr ambulante Notfälle belasten deutsche Krankenhäuser

Episode von Ekonominin Sesi - International (Deutsch) von Offizieller Apple Podcasts-Account von Ekonominin Sesi. · 27. Oktober 2026 · 1 min

Ambulante Notfallbehandlungen in deutschen Krankenhäusern stiegen binnen zehn Jahren durchschnittlich um 8,7 Prozent. In jeder zehnten Klinik hat sich ihre Zahl seit 2015 mehr als verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Krankenhausreport der Barmer hervor. Zwischen 2015 und 2024 stieg die Zahl der behandelten ambulanten Notfälle von 12,3 Millionen auf 12,7 Millionen. Barmer-Chef Straub sagte im ZDF-Morgenmagazin, Menschen mit schweren Erkrankungen und starken Schmerzen müssten in den Notfallambulanzen länger warten.

Die Entwicklung unterschied sich je nach Region. Bezogen auf die Einwohnerzahl behandelten Krankenhäuser in Baden-Württemberg 2024 fünfzig Prozent mehr ambulante Notfälle als im Bundesdurchschnitt. In Thüringen lag die Quote knapp 22 Prozent darunter. Laut Report lässt sich der Unterschied weder demografisch noch medizinisch erklären. Straub forderte mehr Verbindlichkeit bei der kürzlich beschlossenen Reform der Notfallversorgung. Nötig sei eine vorgeschaltete telefonische Ersteinschätzung mit verbindlicher Steuerung der Patienten. Die Reform sehe eine Ersteinschätzung zwar vor, schreibe sie aber nicht zwingend vor. Deshalb sei ihr Erfolg fraglich, sagte Straub.

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