AGI
Episode von Digitacheles KI von Dr. Jens Wehrmann, Ekkehard Schmider und Jochen Schwarzmann · 25. Oktober 2026 · 53 min
Was, wenn AGI längst da ist – und wir nur noch Gründe suchen, sie nicht so zu nennen?
Erst sollte KI sprechen wie ein Mensch. Jetzt soll sie zusätzlich Bewusstsein haben, Gefühle entwickeln und einen eigenen Willen zeigen. Verlangen wir von Maschinen inzwischen einen Supermenschen, damit wir unseren Platz auf dem Thron behalten können?
In dieser Folge von Digitacheles geht es um allgemeine künstliche Intelligenz – und eine Frage, die ziemlich persönlich wird: Können wir überlegene Fähigkeiten anerkennen, wenn sie unser eigenes Selbstbild treffen?
Eine künstliche Band macht einen skeptischen Musiker zum Fan. KI verändert, was bei Bewerbungen und Aufträgen noch zählt. Und aus Softwareentwicklung wird die Vision: Sag einfach, welches Ergebnis du willst. Den Rest organisiert die Maschine.
Die drei starten mit einem scheinbar harmlosen Satz: „Ich würde AGI anerkennen, wenn ein System …“ Eine gemeinsame Antwort ist schwieriger als gedacht. Dafür landet das Gespräch erstaunlich schnell bei uns Menschen.
Warum du reinhören solltest
• Weil die Folge eine unbequeme These verfolgt: Vielleicht schützen manche unserer AGI-Kriterien vor allem unsere menschliche Sonderstellung.
• Weil wir Intelligenz, Bewusstsein und Willen ständig vermischen – und damit die Frage immer größer machen, die wir eigentlich beantworten wollten.
• Weil perfekte Ergebnisse neue Fragen aufwerfen: Wen stellen wir ein, welche Leistung bewerten wir, wem vertrauen wir?
• Weil hinter dem AGI-Streit eine viel größere Veränderung steckt: Was passiert mit Arbeit, Einkommen und wissenschaftlichem Fortschritt, wenn Intelligenz im Überfluss verfügbar wird?
Spannende Momente aus der Folge
• Der Musiker im Gewissenskonflikt: Die Musik begeistert. Die Band ist künstlich. Was macht man jetzt mit seinen Prinzipien?
• Die wandernde Messlatte: Kaum erfüllt KI eine Anforderung, kommt die nächste dazu. Woran würden wir eigentlich merken, dass es reicht?
• Die Bewerbungsmaschine: KI formuliert die Anforderungen, KI schreibt die Bewerbung, KI trifft die Vorauswahl. Was wollten wir ursprünglich herausfinden?
• Software auf Zuruf: Du brauchst eine Funktion, die KI stellt sie bereit. Ob sie dafür programmiert oder eine Oberfläche simuliert, wird für dich womöglich unsichtbar.
• Die pragmatischste AGI-Definition des Tages: Überweis mir Geld. Wie, ist mir egal. Sollte legal sein.
Was du aus der Folge mitnimmst
• Der Vergleichsmaßstab entscheidet mit: ein Durchschnittsmensch, die besten Fachleute oder ein Mensch, den es gar nicht gibt?
• Wir gewöhnen uns erstaunlich schnell an Fähigkeiten, die uns gestern noch unmöglich erschienen.
• Mehr Produktivität verändert, wie wir Dinge erledigen. Neue Fähigkeiten verändern, was wir überhaupt für möglich halten.
Links aus der Folge
• Shunned at a Funeral (auf Deutsch in etwa: Geschnitten auf einer Beerdigung): https://www.youtube.com/watch?v=0TkXGA7yJPA
• Die Hintergrund-Story zu Shunned at a funeral: https://wehrmann.com/echtheit-bei-ki-musik
• Tesla Roadster-Vorstellung: https://www.youtube.com/shorts/9aRq5iLnQRo
Kopfhörer auf. Die Krone könnte danach etwas lockerer sitzen.
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