Haftbedingungen, Hungerstreiks und der erste Prozess gegen die RAF 1972-1973

Episode von Die RAF in Hessen von Hessische Landeszentrale für politische Bildung · 25. Juli 2023 · 39 min

Nach der „Mai-Offensive 72“ stand die Solidarität zur RAF in der westdeutschen Bevölkerung auf einem Tiefpunkt. Der Fahndungsdruck auf die Gruppe wurde durch vermehrten Einsatz schwerbewaffneter Polizeibeamter in der gesamten Bundesrepublik zunehmend verstärkt. In dieser gesellschaftlichen Situation erfolgten die Verhaftungen der RAF-Gründungsmitglieder, wohlgemerkt in fast allen Fällen durch Hinweise aus der Bevölkerung. Die Aktivitäten der „ersten RAF-Generation“ in der Illegalität nahmen mit den Verhaftungen ein rasches Ende; bis zur Stockholm-Besetzung im Jahr 1975 wurde die RAF für keine mit der „Mai-Offensive“ vergleichbaren Taten verantwortlich gemacht. Viele Politikerinnen und Politiker atmeten auf: die zu diesem Zeitpunkt kurze Geschichte der RAF schien bereits beendet. Wie falsch diese Einschätzung war, sollte sich in den nächsten Jahren zeigen.

Folge 3 erzählt die Geschichte der RAF ab der Verhaftungswelle im Juni/Juli 1972 bis zum Ende des Jahres 1973 mit Schwerpunkt auf Hessen nach. In diese Phase fällt die Einrichtung des „infos“, der erste große Prozess gegen Horst Mahler in Berlin, die ersten beiden Hungerstreiks der inhaftierten RAF-Mitglieder sowie die Versuche von nicht verhafteten Mitgliedern und Unterstützerinnen und Unterstützer, die Gruppenstrukturen der RAF wiederaufzubauen und zu professionalisieren. Die Folge enthält subjektive Wahrnehmungen von den Zeitzeuginnen Renate Aßmus und Ulrike Fabricius und dem Zeitzeugen und RAF-Anwalt Kurt Groenewold, die von der Moderation in den breiten historischen Kontext eingeordnet werden.

Shownotes

Skripterstellung: Duška Roth, Lorenz Hoffmann und Robert Wolff

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Gäste: Renate Aßmus, Ulrike Fabricius und Kurt Groenewold

Musik und Abmischung: Olaf Parusel

Timestamps:

00:00: Rückblick Mai-Offensive 1972 und Verhaftungswelle

03:35: Haftbedingungen der RAF-Mitglieder

08:07: Solidarität mit den inhaftierten RAF-Mitgliedern

14:38: Das Info als zentrales Kommunikationsmittel der RAF-Gefangenen

18:17: Unterstützung von Außen – Diskussionen

19:27: Debatte: politische Gefangene oder Kriminelle?

20:50: Debatte: Die „Sympathisanten“

23:05: Prozess Horst Mahler

24:47: Haftbedingungen und 1. Hungerstreik

28:42: Aktivitäten Rote Hilfe Frankfurt am Main

31:10: 2. Hungerstreik

31:44: Pressekonferenz Paris und Pressemitteilung Kirchentag

35:10: Zersplitterung der Linken und Ausblick Folge 4

Literatur:

Terhoeven, Petra (2022): Die Rote Armee Fraktion. Eine Geschichte terroristischer Gewalt, https://hlz.hessen.de/publikationen/publikationsverzeichnis/details/die-rote-armee-fraktion/

ID Verlag (Hrsg.) (1997): Rote Armee Fraktion - Texte und Materialien zur Geschichte der RAF: https://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/RAF/raf-texte+materialien.PDF

Aufsätze:

Wolff, Robert (2020): Folter und Mord an den „Helden des Volkes“ in bundesdeutschen Justizvollzugsanstalten? Das konspirationistische Weltbild der Roten Armee Fraktion, 1970–1977, https://imdialog.akademie-rs.de/ojs/index.php/idadrs/article/download/256/198/

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