Ein Jahr Data Act - Warum fließen so wenig Daten?

Episode von Data Navigator von Dr. Martin Schirmbacher, Dr. Hubertus von Roenne · 28. September 2026 · 60 min

Ein Jahr nach Wirksamwerden des Data Act ziehen wir Bilanz und gehen der Frage nach, warum trotz der neuen Ansprüche noch immer so wenig Daten fließen.

Ausgangspunkt ist ein Rückblick auf unsere Predictionfolge vom 12. September 2025 und unser Aufsatz im aktuellen PinG-Heft. Der Befund fällt nüchtern aus: Der Markt wartet ab, eine belastbare Durchsetzung fehlt bislang vollständig. Es gibt kein Bußgeld, kein Urteil, keine bekannte Abmahnung. Mit dem Digital Omnibus ist zudem eine Entwicklung hinzugekommen, die vor einem Jahr so niemand kommen sah.

Im Hauptteil ordnen Hubertus von Roenne und Martin Schirmbacher ein, warum so zurückhaltend geteilt wird. Datenschutz und Geschäftsgeheimnisse erweisen sich bei Lichte betrachtet als stumpfe Schwerter; real bremsen andere Faktoren, allen voran ein Mehrwertversprechen, das vor der eigentlichen Innovation zwangsläufig vage bleibt, dazu fehlende Standards, fehlende Datenkompetenz und ein Wert-Risiko-Kalkül, das sich in vielen Unternehmen bislang nicht zu Gunsten des Teilens auflöst.

Wir hinterfragen auch unsere These vom Vorjahr, wonach Bewusstseinsarbeit durch Berater allein das Problem lösen werde.

Im Ausblick geht es um die Rolle der Bundesnetzagentur zwischen Enabler und Durchsetzer, um Datenschutzbeauftragte als mögliche Enabler statt Bremser und um den Stand des Digital Omnibus, insbesondere beim Direktzugang. Als Aufhänger dient die seit dem 12. September 2026 geltende Access-by-Design-Pflicht.

Den Abschluss bilden drei Prognosen für das zweite Jahr Data Act.

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