BFS - Zwischen Sender und Schnittraum
Episode von Credit to the Edit Podcast von Rainer Nigrelli & Jan Henrik Pusch · 31. Juli 2026 · 56 min
Es gibt Menschen, die schneiden Filme. Und es gibt Menschen, die dafür sorgen, dass die, die Filme schneiden, dafür auch gehört und gewürdigt werden. Silke Spahr gehört zur zweiten Sorte. Und wenn man ihr eine Stunde zuhört, versteht man, warum sie einen Sendervertreter dazu bringen kann, in der Rauchpause plötzlich zu verraten, wo seine roten Linien wirklich liegen.
Der Credit to the Edit Podcast hat diesmal die Geschäftsstelle des Bundesverbands Filmschnitt (BFS) in Berlin besucht, und mit Silke Spahr darüber gesprochen, was so ein Verband eigentlich den ganzen Tag macht. Es geht um Verhandlungen mit ARD, ZDF, RTL, ProSieben, Amazon und Netflix, um jene kleinen Nachzahlungen, die plötzlich auf dem Konto landen, wenn ein Cobra-11-Format zum zwanzigsten Mal ins Ausland verkauft wird, und um die grundsätzliche Frage, wie man als einzelne Person überhaupt einem Sender gegenübertritt, ohne unterzugehen.
Es geht aber auch um globale Themen: um das Zuhören, um Supervision, um Ohnmacht in Verhandlungen und darum, wo die Energie herkommt, wenn man seit fast zehn Jahren zwischen den Fronten sitzt. Und um eine Zukunftsfrage, die im Gespräch immer lauter wird: Wo hört Filmschnitt eigentlich auf? Gehören die Leute, die Twitch-Streams schneiden, TikTok-Creator:innen, YouTube-Cutter:innen nicht längst dazu? Der Fall Papaplatte und sein Cutter Pamabu hallt hier noch nach.
zu Gast
Silke Spahr ist seit dem 1. Januar 2016 Geschäftsführerin des BFS. Als Juristin hat sie zuvor über zehn Jahre lang die ARD-Vertriebstochter german united distributors geleitet und internationale Koproduktionen mitverantwortet. Nach einer Ausbildung zur Supervisorin und Organisationsentwicklerin beriet sie Vertriebs- und Produktionsunternehmen strategisch, unter anderem als Interimsgeschäftsführerin des Progress-Filmverleihs. Heute vertritt sie den BFS im Verwaltungsrat der VG Bild-Kunst, im Beirat der Künstlersozialkasse, bei der bagsv und in der Urheber-Allianz.
Eine Folge über das, was passiert, bevor der Schnitt beginnt, und lange nachdem der Film abgenommen ist. Wer schon immer wissen wollte, warum plötzlich 200 Euro von RTL auf dem Konto liegen, oder wer sich fragt, ob ein Verband für einen selbst überhaupt der richtige Ort ist, sollte reinhören.
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation
02:20 Gesprächsstart / Rundgang durch die Geschäftsstelle
05:29 Was macht der BFS?
07:11 Verhandlungen mit Sendern und Folgevergütungen
13:56 Silke Spahr Werdegang
18:59 Wie wir zum BFS gekommen sind
23:57 Wen erreicht der Verband? Cutter, Creator, YouTube
37:24 Energie, Ohnmacht und Supervision
46:52 Kategorien
54:35 Abmoderation
Weiterführende Links
Personen
Silke Spahr (Geschäftsführerin BFS)
Janine Dauterich
Stefan Essl
Barbara Hennings
Papaplatte (Kevin Teller)
Pamabu
Filme & Serien
Gravity (Alfonso Cuarón, 2013)
Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei (RTL)
Weitere Episoden von „Credit to the Edit Podcast“
- Transitions - Der unsichtbare Schnitt 30. September 2026
- Creator - Zwischen Sahara und Schnittplatz 1. September 2026
- Montage lehren 2 - Schnittschule 3. Juli 2026
- Cuts restaurieren – Die Archäologin des Kintopps 31. Mai 2026
- Partitur - Cut to the Conductor 7. Mai 2026
- Videografie – Schnittmenge aus Kamera und Timeline 1. März 2026
- Imagefilm - Aus Information Emotion montieren 12. Februar 2026
- Yes or No Games - Wenn Schnitt entscheidet 12. Januar 2026
- Montage lehren - Wenn Schnitt Schule macht 1. Dezember 2025
- Manhunt – Cut to the Chase 1. November 2025
- Amrum – Berührend montiert 8. Oktober 2025
- Der Schuh und das Kanu des Manitu – Slapstick, Story, Schnitt! 31. August 2025
- Schnittgenres – Wild rumgefragt 1. August 2025
- Falling into Place - Montierte Emotion 1. Juli 2025
- Mainstream-Kinofilm – Popcorn-Schnitt 1. Juni 2025
Alle Episoden von Credit to the Edit Podcast · Mehr Tv Film-Podcasts