#8 Wenn Mitarbeiter:innen ihre Stärken selbst nicht kennen

Episode von Agilität Unplugged – echte Fälle, echte Menschen von Wilma Klaasen-van Husen, Fabian Schwarz · 6. Mai 2026 · 41 min

In dieser Folge erzählt Wilma von einer Mitarbeiterin, die ihre eigenen Stärken nicht mehr sieht. Über Jahre hinweg hat sie alles erledigt, was niemand sonst haben wollte: Datenpflege, Ablage, Zeiterfassung, Vertretungen. Niemand hat gefragt, was sie eigentlich kann. Und sie hat irgendwann aufgehört, es selbst zu wissen.

„Eigentlich bin ich ganz zufrieden. Ich habe keine Wünsche."

Dieser Satz fällt im ersten Gespräch – und er ist kein Zeichen von Glück. Er ist das Ergebnis von Jahren, in denen sich niemand wirklich für sie interessiert hat.

Dann kommt der Moment: HR und IT verzahnen sich, eine komplexe Schnittstelle muss jemand übernehmen. Benutzerverwaltung, Zutrittskontrolle, Stammdaten, Zeiterfassung, Stellenplan. Wilma wählt sie. Die Reaktion:

„Das kann ich nicht."

Was folgt, sind sechs Monate intensive gemeinsame Begleitung, Schritt für Schritt, Fall für Fall. Keine Schulung, keine Workshops. Nur echte Aufgaben, echtes Zutrauen, echte Fehlertoleranz. Am Ende ist diese Mitarbeiterin die Expertin im Haus. Die Teamdynamik kippt. Der Fußabtreter-Mechanismus endet.

Fabian ordnet ein, was das mit agiler Führung zu tun hat: Growth Mindset, Pygmalion-Effekt, Selbstwirksamkeit nach Bandura, Shu-Ha-Ri, Servant Leadership. Und warum agile Haltung hier mehr bedeutet als jedes Framework.

Und dann folgt ein Gespräch mit der Geschäftsführung. Worum es geht und was daraus wird – das erzählen wir in #9 Was machen Sie eigentlich noch?

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