Gute Arbeit, die keiner sieht, sieht aus wie gar keine Arbeit
Episode von Agile Unfiltered von Marc Löffler · 21. Juli 2026 · 16 min
„Warum wird das Management mich eigentlich nicht kündigen, um Geld zu sparen? Denn ich bin nicht ersetzbar.” Dieser O-Ton aus meiner Umfrage klingt nach Selbstbewusstsein. Ist aber eher das Gegenteil. Denn die entscheidende Frage bleibt offen: Wo sind die Zahlen?
Nach mehreren Folgen Diagnose wird’s heute Handwerk. Wir rechnen Deinen Wert aus — live, mit Zahlen. Aufgenommen übrigens vom Münchner Flughafen, bei zwei Stunden Verspätung. Manchmal muss man die Zeit eben nutzen.
Worum es geht:
Warum wir so schlecht darin sind, unseren Wert zu zeigen: Wir sind stolz, wenn andere glänzen — und werden dabei unsichtbar. Die Ironie: Je besser Du wirst, desto weniger sieht man Deine Arbeit.
Meine Gitarristen-Analogie: Drei Meister spielen völlig entspannt ein irrwitziges Stück. Sieht aus wie nichts. Ist wahre Meisterschaft.
Der Rückwärtsgang, den ich gerade beobachte: Firmen, die Coaches und Scrum Master gestrichen haben — und jetzt merken, dass die Teams schlechter laufen.
Die Falle: Bau Dir bloß keine hübsche Metrik. Velocity hoch, Burndown grün, Happiness-Index — das ist Schein-Agilität auf Personenebene. Wert beweisen heißt nicht Zahlen erfinden.
Deine Übung: Fünf Dinge, die ohne Dich nicht oder schlechter passiert wären. Nicht Tätigkeit — Wirkung.
Die vier Rechenwege, die fast immer funktionieren:
Verhinderte Fehlentscheidung — Feature gestoppt, bevor Wochen reinflossen. Ich kenne Fälle aus der Scrum Master Journey, wo sich Millionen nachweisen ließen.
Schnellere Entscheidung — mein Lieblingsbeispiel aus der Medizintechnik: ein Dokument, das ein Jahr durch die Organisation pingpongte. Alle Beteiligten in einen Raum gesetzt, nach zwei Stunden fertig.
Gehaltene Menschen — eine ungeplante Nachbesetzung kostet schnell ein halbes Jahresgehalt. Bei komplexen Produkten dauert echte Einarbeitung Jahre.
Geschrumpfte Meetings — 3 Stunden pro Woche, Team von sieben, 45 Wochen: über 900 Stunden im Jahr. Das ist ein halber Mitarbeiter. Sag das mal im Führungsgespräch.
Ja, das ist Pi mal Daumen. Aber Milchmädchenrechnung mit Zahl schlägt Bauchgefühl ohne Zahl. Jedes Mal.
Und dann sagst Du es richtig: Bau Dir einen Satz ohne ein einziges agiles Wort. „Im letzten halben Jahr habe ich dafür gesorgt, dass [Wirkung] — grob [Zahl]. Ohne diese Rolle passiert das nicht von selbst.” Fünf Minuten freitags, in denen Du Deine Wirkung dieser Woche notierst — keine Reporting-Monster, nur eine Spur.
Und wie mein Opa schon sagte: Wenn Du einen guten Job machst, dann erzähl den Leuten davon. Denn sonst macht es keiner. Niemand wird Werbung für Dich machen.
Mein Fazit: Du wirst nicht gestrichen, weil Du nichts wert bist — sondern weil niemand Deinen Wert beziffern kann.
Mach mit: Rechne Deine Zahl aus und schick sie mir an marcloeffler.eu. Ich sag Dir ehrlich, ob sie trägt.
Das „Unverzichtbar”-Workbook (39 €): Genau diese Übungen — die fünf Dinge, die vier Rechenwege, der eine Satz — mit rotem Faden zum Durcharbeiten. 15 Seiten, rund 90 Minuten. Link unten.
Links:
Workbook: https://www.digistore24.com/product/702505
Schreib mir: marcloeffler.eu · LinkedIn
Scrum Master Journey: https://marcloeffler.eu/scrum-master-journey/
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