#55 Scham: Die mächtigste Emotion, über die niemand spricht
Episode von 3 Männer Podcast von Christoph Theile, Dr. Holger Liekefett, Christian Sega · 29. Juli 2026 · 35 min
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Folge 55 – Scham: Die mächtigste Emotion, über die niemand spricht
Nach der Schuld kommt die Scham – und die beginnt oft viel leiser. In der zweiten Folge unserer Mini-Doppelfolge widmen sich Christoph, Holger und Christian einer Emotion, die tiefer geht, länger nachwirkt und über die kaum jemand offen spricht.
Während die Schuld fragt „Was habe ich getan?", flüstert die Scham etwas ganz anderes: „Was stimmt mit mir nicht?" Die Schuld richtet den Blick auf unser Verhalten und gibt uns einen Reparaturauftrag. Die Scham richtet den Blick auf uns selbst – und trifft damit unseren Wert als Mensch. Oder wie wir es in der Folge sagen: Die Schuld sagt „Ich habe einen Fehler gemacht." Die Scham sagt „Ich bin der Fehler."
Die drei Männer werden dabei persönlich und teilen eigene Scham-Momente – von zugesagten und dann doch nicht erledigten Dingen über ein eskaliertes Team-Meeting bis zur öffentlichen Bloßstellung und einer sehr verhassten Cordhose aus Kindheitstagen.
Darüber sprechen wir
Der feine, aber entscheidende Unterschied zwischen Schuld und Scham
Woher das Wort „Scham" kommt (vom althochdeutschen skama) – und was es ursprünglich bedeutete
Warum Scham eine „self-conscious emotion" ist und sich schon ab dem Alter von zwei bis drei Jahren entwickelt
Der evolutionäre Ursprung: Warum Ausgestoßenwerden früher lebensbedrohlich war – und was digitaler Ausschluss heute mit uns (besonders mit Jugendlichen) macht
Die typischen körperlichen Reaktionen: gesenkter Blick, Erröten, trockener Mund, sich klein machen
Die Studie „When the social self is threatened" (2004): Warum Scham nachweislich Entzündungswerte im Körper ansteigen lässt – und Schuld nicht
Warum Scham wütend statt demütig macht und in die Depression führen kann
Der Blick auf den Globe of Emotions: Scham als „dunkle Seite" – Ekel mit mir selbst, im Süden des Modells
Warum Kleinkinder erst ab drei Jahren Ekel (und damit Scham) entwickeln
Gesunde vs. toxische Scham – und warum Perfektionismus, Burnout und Angststörungen eng damit verbunden sind
Unsere Tipps für den Umgang mit Scham
Sprich die Scham aus. Sie wächst im Schweigen und verliert an Kraft, wenn wir sie mit vertrauenswürdigen Menschen teilen.
Gib der Scham einen Namen – aber nicht die Kontrolle. Frage dich: Schäme ich mich für etwas, das ich getan habe? Oder glaube ich gerade, dass mit mir etwas nicht stimmt?
Übe Selbstmitgefühl. „Ich habe einen Fehler gemacht und das gehört zum Menschsein" ist keine Ausrede, sondern eine realistische, mitfühlende Haltung.
Zeig dich trotzdem. Die Scham sagt „Versteck dich, mach dich klein." Mut sagt „Zeig dich." Genau darin liegt persönliches Wachstum.
Der Leitsatz der Folge: Ich darf Fehler machen, ohne meinen Wert als Mensch zu verlieren.
Zitat aus der Folge
„Die Schuld sagt: Ich habe einen Fehler gemacht. Und die Scham flüstert leise hinterher: Ich bin der Fehler."
In diesem Sinne: Schämt euch gesund – und redet drüber. Reden hilft, wie immer.
Weitere Informationen über uns findest du...
Dr. Holger Liekefett =>LinkedIn
Christoph Theile => LinkedIn
Christian Sega => LinkedIn
oder schaue auch gern auf www.eqting.com und www.world-of-emotions.com und finde viele weitere Informationen rund um das Thema Emotionen
Das Buch zum Thema Emotionen mit dem Globe of Emotions: "Denken wir noch oder fühlen wir schon" von Christoph Theile und Nadja Kahn
Schickt uns Eure Wünsche und Feedbacks an [email protected]
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