Michael Blume: Immer noch und immer wieder Antisemitismus - Was heißt das für jüdisches Leben in Deutschland?
Episode von zur debatte von Katholische Akademie in Bayern · 18. Juni 2026 · 46 min
Antisemitismus ist wieder eine beständige Herausforderung der Gegenwart – offen oder subtil, laut oder leise, teilweise in neuen Formen wiederkehrend. In Deutschland, mehr als 80 Jahre nach der Shoah, erleben Jüdinnen und Juden Antisemitismus im Alltag, in politischen Debatten, im digitalen Raum und nicht zuletzt im Kontext internationaler Konflikte. Die Frage, was das immer noch und immer wieder vorhandene antisemitische Denken und Handeln für jüdisches Leben in Deutschland bedeutet, ist daher von zentraler gesellschaftlicher Relevanz.
Doch nicht nur Jüdinnen und Juden, auch Antisemitismusbeauftragte verschiedener Bundesländer begegnen selbst aufgrund ihrer Arbeit Antisemitismus. Dazu sagt Samuel Stern, der bei der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt den Kooperationsverbund gegen Antisemitismus leitet, dass ihn das nicht wundere: „Bei Antisemitismus geht es in den meisten Fällen nicht um real existierende Jüdinnen und Juden, auch wenn diese die primären Betroffenen sind, sondern um ein Zerrbild dessen, was man sich als ,jüdisch‘ vorstellt. Dieses antisemitische Konstrukt kann sich gegen alles richten, was entsprechend markiert oder wahrgenommen wird.“ (FAZ, 16.1.2026)
Dr. Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte in Baden-Württemberg, der selbst auch schon zum Ziel von Bedrohungen wurde, warnt an derselben Stelle davor, judenfeindliche Reden und digitale Gewalt zu verharmlosen. Wer Hass und Hetze nicht rechtzeitig stoppe, trage zur „Radikalisierung von Verschwörungsgläubigen bis zur Gewaltbereitschaft“ bei.
Mit Michael Blume wollen wir diskutieren, was der wieder zunehmende Antisemitismus für jüdisches Leben in Deutschland heißt und was jede:r dagegen tun kann. Er referierte zum Thema 'Immer noch und immer wieder Antisemitismus - Was heißt das für jüdisches Leben in Deutschland?' am 10.3.2026 in der Katholischen Akademie in Bayern.
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