Von Modellierung zu Entscheidungsfähigkeit
Episode von Wir rocken Engineering von Björn Schorre · 27. Oktober 2026 · 1 h 02 min
In der Folge geht es um die Frage, wie MBSE dazu genutzt werden kann, Entwicklungsprojekte besser zu strukturieren und Entscheidungen wirksamer vorzubereiten. Der Gastgeber ordnet die Episode als Gespräch über „Modellierung zur Entscheidungsfähigkeit“ ein und beschreibt, dass Modelle nicht Selbstzweck sein sollen, sondern konkrete Projektfragen beantworten helfen.
Zu Gast ist Bastian Ribbers. Er schildert seinen Weg vom Studium der Konstruktion und Entwicklung über die Arbeit in der Konstruktion bis hin zur Beratung im Bereich Systems Engineering und MBSE. Dort unterstützt er Kunden dabei, Produktentwicklung strategisch und effizient zu organisieren und Projekte besser steuerbar zu machen.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die Kritik an MBSE, wenn Modelle vor allem vollständig und detailliert aufgebaut werden, ohne dass klar ist, welche Entscheidung damit unterstützt werden soll. Ribbers betont, dass Modelle gezielt auf Fragestellungen ausgerichtet sein sollten, statt nur Dokumente in anderer Form zu ersetzen. Wichtig sei, die jeweils benötigte Evidenz für eine Entscheidung früh zu identifizieren.
Daran anknüpfend erklärt er, dass man Entscheidungspunkte entlang von Meilensteinen oder Review Gates vorbereiten kann. Dafür werden konkrete Entscheidungsfragen abgeleitet, Informationsbedarfe definiert und festgelegt, wie diese nachgewiesen und bewertet werden sollen. So lasse sich erkennen, welche Daten, Analysen oder Nachweise noch fehlen.
Ein weiterer Punkt ist der Umgang mit Risiken und Alternativen. Ribbers beschreibt, dass frühzeitig mitgedacht werden sollte, was geschieht, wenn eine Entscheidung noch nicht getroffen werden kann. Auch Alternativen, zum Beispiel unterschiedliche Technologien, sollen systematisch verglichen werden.
Zum Schluss erläutert er sein Verständnis von MBSE: Entscheidend sei nicht ein einziges großes Modell, sondern die strukturierte und verknüpfbare Aufbereitung von Informationen über verschiedene Modelle und Werkzeuge hinweg. Der praktische Nutzen liege darin, Projekte zielgerichtet zu steuern, ohne sich in Formalität oder Modellierung zu verlieren.
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