#74 Deutschland: Die Idee einer Nation
Episode von Wer wir sind und warum das nicht klappte ... von Jan Schulte-Kellinghaus · 9. September 2026 · 1 h 07 min
Mit Dieter Langewiesche: Die Ideen der französischen Revolution hatten auch in Deutschland das Denken verändert. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren für viele die schillernden Versprechen der Volkssouveränität. Aber: Napoleon hatte mit seinen vielen Siegen über Österreich, Preußen und das Heilige Römische Reich auch gezeigt, wie wenig schlagkräftig das Heilige Römische Reich mit seinen über 300 Klein- und Kleinstaaten war.
Im Widerstand gegen Napoleon entwickelten sich die ersten Ansätze einer nationalen Idee. Friedrich Jahn propagierte 1811 auf der Hasenheide in Berlin das „patriotische Turnen“: Leibesertüchtigungen von jungen Männern für den Kampf gegen Napoleon und für einen einheitlichen deutschen Nationalstaat. Allerdings einen Nationalstaat mit bürgerlichen Freiheitsrechten.
Diese politische Strömung kombinierte die bürgerlichen Freiheitsrechte der französischen Revolution mit der Vorstellung eines einheitlichen deutschen Nationalstaates.
Die Fürsten und Könige waren weder für bürgerliche Freiheitsrechte noch für die nationale Idee zu haben. Wie die Bewegung für Einheit und Freiheit gegen den Widerstand der Obrigkeit trotzdem langsam Fahrt aufnahm. Welche Rolle die Gebrüder Grimm dabei spielten und warum das Fest auf der Wartburg 1817 und das Fest auf dem Hambacher Schloss 1832 so eine Sprengkraft entwickelten, darüber spreche ich mit Dieter Langewiesche. Der emeritierte Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Uni Tübingen ist der führende Experte zu den Themen Nationalismus und Liberalismus in Deutschland.
Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:
www.99xgeschichte.de
Mehr zu "Let´s play Mittelalter" im Hansemuseum in Lübeck erfahrt Ihr hier:
https://www.hansemuseum.eu/ausstellung/lets-play-mittelalter/
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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