Martin Balluch
Episode von veganinchens stimme von Eine Stimme für nichtmenschliche Tiere. Tierrechte, Tierethik, Naturrechte, Naturwissen. Emotionale, wissenschaftliche, herausfordernde und konstruktive Perspektiven. · 20. Mai 2019 · 49 min
"In Zukunft passt besser auf was ihr sagt sonst steht ihr auf meiner Abschussliste. Wir Metzger werden nie aufhören zu schlachten, Fleisch heil, wir werden euch bekämpfen bis aufs Letzte." - das sind Auszüge von Emails, die der VGT und Martin Balluch bekommen.
Martin Balluch ist Tierethiker und Tierrechtsaktivist und seit 2002 Obmann des Vereins gegen Tierfabriken Österreich. Am 21. Mai 2008 wurde er im Zuge der Tierschutzcausa über drei Monate in Untersuchungshaft genommen. Gemeinsam mit 12 anderen Tierschützern stand er vom 2. März 2010 bis 2. Mai 2011 am Landesgericht Wiener Neustadt vor Gericht. Mit dem Urteil vom 2. Mai 2011 wurden alle Angeklagten von sämtlichen Vorwürfen in allen Punkten freigesprochen.
Da stellt sich mir - wieder - die Frage, was ist los mit Menschen, die scheinbar keine Empathie empfinden können gegenüber den Stimmlosen und/Schwächeren? Ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass - wo immer ein psychologisches Machtgefälle vorherrscht - es die Menschen gibt, die dies ausnützen, ja oft auch mit Lust? Mensch - Mensch, Mensch - Tier?
Sichtbar in Schlachthäusern, Tierversuchslaboren, Bauernhöfen, Zoos, Heimtierhaltung, ganz offensichtlich bei der Jagd.
Ich habe die Frage an Martin Balluch gestellt, denn er kann - leider aus mehrfach eigener Erfahrung - beantworten, was es heißt, wenn alles versucht wird um mundtot gemacht zu werden, unschuldig eingesperrt zu werden und jemandem gegenüber zu stehen, der eine Waffe oder die sogenannte "Staatsgewalt" (die alles darf?) trägt.
Wir schauen hinter den Vorhang der Jagd und benennen was sie in den meisten Fällen trotz Lobbyarbeit ist: ein lustvolles Abknallen von "Stückzahlen" mit Fanatismus oder Sadismus, oftmals in Gattern und heroisch als "Sport" bezeichnet (mit einem chancenlosen Gegenüber) und dem Ausschalten der Konkurrenz - der Beutegreifer, u.a. dem Wolf. Wie funktioniert die Panikmache gegen den Wolf eigentlich und warum gibt es viele Menschen, die Metabotschaften kritisch annehmen und somit auch anfällig für Populismus sind? Martin Balluch ist Wölfen begegnet.
Über die Qualen der Gefangenschaft kann Martin Balluch berichten, überdies hat er sich aber auch Gedanken gemacht was GEFANGENSCHAFT eigentlich für einen Körper bedeutet, der darauf nicht evolutiv vorbereitet ist, für Mensch und Tier. Wie viel schlimmer macht dies das Berauben von Freiheit?
Ich könnte Martin ewig zuhören, er ist ein intelligenter, belesener, mutiger, sanfter, ehrgeiziger, fairer, konsequenter Mensch, der für die Tiere schon viel bewegt hat, ein Vorbild für alle, die gegen Repression kämpfen.
Fortsetzung folgt.
Links zur Sendung:
Film: Der Prozess
Tierschützer. Staatsfeind
Widerstand in der Demokratie
vgt.at
neues Buch: Im Untergrund
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