Reto Nägelin - Himmlische Unruhe
Episode von The Holy Club von Sarah Staub, Damian Carruthers, Moritz Mosebach · 18. Mai 2026 · 56 min
Reto Nägelin ist Schweizer, Nomade, Coach, Community Builder – und irgendwie Methodist, obwohl er nie einer werden wollte. Ein Gespräch über Berufung, Freiheit, Kirchenkritik und die Frage, ob das, was wir Sicherheit nennen, vielleicht das Gegenteil von dem ist, was wir eigentlich brauchen.
In dieser Folge:
Ein ungewöhnlicher Weg in den Methodismus: Reto kam nicht über Familie oder Jugendgruppe, sondern als Erwachsener – eingeladen, weil er etwas konnte, was die Methodisten brauchten. Und wurde dann erst Jahre später Mitglied, nachdem ein Pastor sagte: Ich nehme dich so auf, wie du bist.
John Wesley auf dem Pferdesattel: Warum der reisende Prediger Reto bis heute mehr fasziniert als die Institution, die aus seiner Bewegung wurde – und was die Bandenregeln von Wesley mit moderner Community-Arbeit zu tun haben.
Berufung ist kein Beruf: Was bedeutet es, gerufen zu sein – und warum beginnt die Antwort nicht mit der Frage „Was soll ich tun?", sondern mit „Wer bin ich?" Reto über seinen Ansatz, Menschen an ihr eigenes Herz zu führen.
Freiheit oder Sicherheit: Die ehrlichste Stelle der Folge. Reto erzählt, wie es sich anfühlt, mit einem Team und Familie in der Schweiz von Gottvertrauen zu leben – und wie die Antwort, die er immer bekommt, lautet: Du brauchst keine Sicherheit. Du brauchst Vertrauen.
Kirchenkritik aus Liebe: Wer die Kirche nicht mögen würde, würde sie einfach ignorieren. Reto tut das Gegenteil. Sein Vorwurf: Zu viele Gemeinden dienen sich selbst, statt den Menschen. Seine Hoffnung: Eine Kirche, die wieder fragt – was kann ich für dich tun?
Individuelle Solidarität: Retos eigener Begriff für das methodistische Sowohl-als-auch. Einzeln beim Namen gerufen und doch füreinander da. Martin Bubers „Am Du werde ich zum Ich" trifft auf John Wesley.
Campfire-Church und neue Formen: Reto baut gerade eine neue Community-Form auf – kein Frontalformat, kein Pastor der etwas macht, während andere zuhören, sondern echtes Teilen. Ein Lagerfeuer für Leute, die sich nicht erklären müssen.
Moritz' Selbstreflexion: Warum er das Gefühl kennt, nie ganz anzukommen – und ob das vielleicht kein Fehler, sondern ein Ruf ist.
Links:
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Himmelnochmal: https://retonaegelin.ch/himmelnochmal/
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