129 Mein Kind isst nichts
Episode von TerrorKids - der Erziehungsratgeber von Janine Walder · 8. Juli 2020 · 10 min
Mein Kind isst nichts
In den letzten Wochen haben mich gleich mehrere Fragen zum Thema "Essen" erreicht und heute möchte ich diese zusammen beantworten.
Das Thema Essen ist in vielen Familien täglich präsent, sei es, dass das Kind nichts essen mag, am Tisch lustlos im Teller herumstochert oder am liebsten jeden Tag nur Nudeln isst.
Und dadurch gibt es oft schlechte Stimmung am Esstisch, was vor allem die Mütter stört, da sich diese täglich die Mühe machen, gesund und ausgewogen zu kochen und den Mittagstisch gerne friedlich gemeinsam erleben möchten.
Sollten das auch Themen sein, welche du bei dir zuhause antriffst, dann stelle dir bitte als erstes die Frage: wie du selber dem Thema Essen gegenüber eingestellt bist.
Isst du gerne oder ist es für dich eher ein Muss?
Macht es dir Freude, Zeit in der Küche zu verbringen und für dich und die Familie Mahlzeiten zuzubereiten?
Liebst du abwechslungsreiches Essen oder kochst du in der Regel zwischen 4-5 Standartmenüs, welche sich immer wieder abwechseln?
Natürlich hängt das Essverhalten deines Kindes nicht nur von dir ab. Auch dein Partner sollte bei diesen Fragen miteinbezogen werden.
Und vielleicht siehst du hier bereits einen Zusammenhang, resp. ein Muster, welches sich bei dir und deinem Kind zeigt. Denn die Kinder lernen primär von uns. Wir sind ihre Vorbilder (in den ersten Jahren) und sie ahmen uns bewusst und unbewusst nach.
Wenn also die Mutter, oder der Vater, eher nach Plan als nach Lust isst, z.B. wenn Kalorien gezählt werden bei einer Diät, dann lernt das Kind, dass Essen schwierig sein kann, oder Essen von verschiedenen Faktoren abhängig gemacht werden kann. Anders ist es, wenn eine Mutter genussvoll Gemüse isst und dies mit einer grossen Selbstverständlichkeit (und WICHTIG, ganz ohne Druck und Erwartungshaltung) dem Kind anbietet.
Hier lernt das Kind den natürlichen Umgang mit gesundem Essen.
Spürt das Kind jedoch eine unbewusste Notwendigkeit, dass es dies oder das essen soll, dann wird es sofort misstrauisch und beäugt die vorgegebene Nahrung kritisch und mit Vorsicht. Denn es spürt die Erwartungshaltung der Mutter und das verunsichert es unbewusst.
Hilfreich kann es sein, wenn das Essen immer wieder mal spielerisch verändert wird. Warum nicht mal auf der Picknick Decke im Wohnzimmer auf dem Boden essen? Oder unter dem Tisch, wie in einer Höhle? So bekommt das Essen einen neuen Stellenwert und das Kind darf das vielleicht unbekannte Menü spielerisch erforschen und kennenlernen.
Auch Tipps wie gemeinsames Kochen oder dem Kind eine Auswahl geben, sind immer gute Möglichkeiten, die Lebensmittel dem Kind näher zu bringen. Wenn das Kind wählen kann: "willst du zum Reis lieber Karotten oder Erbsen", dann behält es unbewusst die Kontrolle über sein Essen und akzeptiert gleichzeitig die Tatsache, dass ein Gemüse sowieso dazu gehört.
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