Pflegerin und Autorin: Erst in Deutschland hat Uie-Liang ihre Heimat verstanden
Episode von Taiwancast von Klaus Bardenhagen, Mariano Glas · 24. September 2021 · 1 h 40 min
Dass über ihren Onkel nie geredet wurde, verstand Liou Uie-Liang (劉威良) als Kind nicht. Es kam ihr vor wie ein großes dunkles Loch, geheimnisvoll und gefährlich. Erst als sie vor fast 30 Jahren als Pflegerin nach Deutschland zog, erfuhr sie “die wirkliche Geschichte Taiwans, die ich in Taiwan nie gehört hatte”. Ihr Onkel hatte jahrelang als politischer Gefangener im Gefängnis gesessen. Als sie ihn endlich darauf ansprach, erzählte er auch von seiner Folter, und warum er trotzdem weiter für sein Recht kämpfte.
Jetzt erst verstand sie, woher sie wirklich stammte und warum es so wichtig ist, Taiwans Geschichte zu kennen. Davon beeindruckt schrieb Uie-Liang ein Buch auf Deutsch: “Mein Onkel aus Taiwan”. Wir vergeben drei Exemplare!
Im Taiwancast erzählt Uie-Liang außerdem von ihrem Engagement als Schulbegleiterin, wieso ihre Tätigkeit in der Psychiatrie sie gut auf Deutschland vorbereitete und warum es ihr wichtig ist, den Menschen in Ingolstadt ihre Heimat nahezubringen.
KAPITEL:
00:00 Begrüßung
03:10 Zu Gast: Liou Uie-Liang
09:15 Arbeit in der Pflege
12:04 Für Taiwaner über Deutschland schreiben
22:19 Neue Freiheiten nach Ende des Kriegsrechts
26:01 Aufwachsen in der Diktatur
34:39 Bin ich Chinesin? Identitätsfragen in Deutschland
42:45 Der Taiwan Verein in Deutschland e.V.
45:34 Uie-Langs Buch “Mein Onkel aus Taiwan”
53:30 Kraft aus der Geschichte ziehen, Wiedergutmachung
1:07:52 Wie man das Buch bekommen kann
1:10:55 Schulbegleitung, Migrantinnen-Schreibwerkstatt
1:18:31 Audiokommentar: ROC, Bedrohung durch China
MEHR ZUM PODCAST:
Zu den Shownotes: https://intaiwan.net/2021/09/24/taiwan-diktatur-kriegsrecht-weisser-terror-buch-deutsch/
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