Deep Dive: Wie lernt man Deeskalation? (Prof. Dr. Andreas Bock und Thomas Koch über "K3VR")
Episode von Stand der Forschung von Jonas Ross, ZEIT Advise · 29. Juni 2026 · 1 h 08 min
In diesem "Deep Dive" von Stand der Forschung tauchen wir ein in das Forschungsprojekt K3VR – eine multisensorische, KI-gestützte virtuelle Trainingsumgebung, die Einsatzkräften der Polizei gezielt deeskalierende Kommunikation beibringen soll.
Ob präventiv oder als Helfer*innen nach einem Notruf: Polizist*innen sind häufig in Ausnahmezuständen. Dabei kann man erleben, wie aus menschlicher Interaktion scheinbar wie aus dem Nichts eine gewaltvolle Auseinandersetzung wird. Wann kippt eine Situation? Wann wird aus einer angespannten Lage körperliche Gewalt? Welches Verhalten der Beamten provoziert Gewalt? Und: Lassen sich solche Situationen trainieren? Genau diesen Fragen gehen Forschende der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts seit vier Jahren nach – gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Im K3VR-Projekt begeben sich Polizeibeamte mit VR-Brillen in virtuelle Einsatzszenarien. Die Umgebungen variieren: Von dem Kontakt mit aggressiven Gruppen bis hin zum Nachbarschaftsstreit. Dabei werden physiologische und mimische Daten der Trainierenden erfasst – Herzschlag, Gesichtsausdruck, Körperreaktionen – um zu verstehen, wann und warum Situationen eskalieren. Ergänzt wurde das durch qualitative Interviews mit Polizeibeamt*innen und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage zu Erfahrungen mit der Polizei.
Zu Gast bei Host Jonas Ross sind die beiden zentralen Köpfe hinter K3VR:
Thomas Koch ist stellvertretender Leiter der Gruppe „Capture & Display Systems" in der Abteilung „Vision & Imaging Technologies" am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut.
Prof. Dr. Andreas Bock ist Inhaber eines Lehrstuhls an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin, seit 2021 auch ihr Präsident. Seine Forschung verbindet unterschiedliche sozialwissenschaftliche Ansätze und untersucht die Dynamiken von Bedrohungswahrnehmungen und gesellschaftlichen Konflikten.
Mit ihnen geht es um die Frage, wann aus Worten Gewalt wird, wie gut Stresssituationen trainierbar sind und welche Erkenntnisse die Daten des Projekts geliefert haben.
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