Wie der Osten dem Ruhrgebiet Konkurrenz machte
Episode von Sind wir uns einig? (Tagesspiegel Archiv) von Tagesspiegel · 19. Juli 2020 · 1 h 04 min
Die Wiedervereinigung war nicht allein ein Versprechen an den Osten des Landes, sondern auch an den Westen. Wo man in den damals neuen Bundesländern auf die oft beschworenen blühenden Landschaften hoffte, lautete die Versprechen an die Bonner Republik: Es bleibt alles beim Alten. Sowohl in Ost als auch West folgte bald die Desillusionierung
In der zweiten Folge unseres Podcasts „Sind wir uns einig?“ wenden wir uns nach Berlin nun dem Ruhrgebiet zu. Zeitzeugen blicken darauf, wie und wo sich die einstige Trennung Deutschlands noch heute in der Region spüren lässt.
Wie wirkte sich die Einheit auf den Arbeitsmarkt im Westen aus? Wie gingen die Menschen mit der neuen Konkurrenz aus dem Osten Deutschlands um? Was machten die Umbrüche mit dem Selbstbild des Ruhrgebiets, wo heute viele Einwohner selbst unter Armut und Perspektivlosigkeit leiden? Und warum stehen so wenige Unternehmen im Westen Deutschlands unter der Leitung von Menschen, die im Osten sozialisiert wurden?
Die Journalistin Hatice Akyün erzählt, wie in ihrer Heimat Duisburg die Integration von migrantischen Familien mit der Wiedervereinigung schlagartig vernachlässigt wurde, weil sich nun das ganze Land auf den Osten fokussierte. Der ehemalige Sprecher der Treuhand Wolf Schöde beschreibt, wie Erwartungen aufgebaut und enttäuscht wurden. Kabarettist Steffen Lutz Matkowitz spricht über die Auswirkungen der Einheit auf den Naturschutz. Und der Historiker Marcus Böick von der Ruhruniversität Bochum erläutert die geschichtlichen Rahmenbedingungen während dieser Umbruchphase.
Moderation: Korbinian Frenzel
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