Folge 12 - Systemkollaps durch KI: "Was mache ich mit den Menschen?"
Episode von RZ Business Talk - Ein Podcast der Rhein-Zeitung und der Westerwaldbank von Lars Hennemann · 19. Juni 2026 · 38 min
In der neuen Podcast-Folge des „RZ Business Talk“ analysieren Ralf Kölbach und Lars Hennemann das ebenso fiktive wie dramatische Szenario des renommierten „Citrini Report“ zu den möglichen Auswirkungen von KI. Fazit: Fragen stellen lohnt sich...
Was, wenn alle Versprechen rund um das Thema KI nicht in eine schöne, neue, effizientere Welt führen? Sondern wenn sie das Wirtschaftssystem, das wir kennen, einfach nur zerstören? Mit einem solchen Szenario schockte der „Citrini Report“ kürzlich vor allem die Szene in den USA. Aber nicht nur dort: Die Wellen, die das Papier auslöste, schlugen auch bis nach Europa.
Grund genug für Ralf Kölbach und Lars Hennemann, sich den Report in der neuesten Folge des „Business Talk“ von Rhein-Zeitung und Westerwaldbank einmal genauer anzusehen. Die Autoren des Instituts Citrini Research hatten ein Szenario gezeichnet, das es in sich hat: Weil die KI mehr gute Arbeitsplätze überflüssig machen könnte als sie neue schafft, könnten insbesondere die USA im Jahr 2028 auf eine in Prozentzahlen zweistellige Arbeitslosigkeit, einen Kompletteinbruch des Immobilienmarktes und heftige Verluste an den Börsen zusteuern.
Nach Veröffentlichung des Reports färbten sich auch in der Tat viele Aktiendepots tiefrot, und die KI-Skeptiker sahen sich auch wegen der prognostizierten gesellschaftlichen Verwerfungen bestätigt. Doch auch die gegenteiligen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Eine der Bekannteren ist ein Artikel von Don Muir in „Forbes“. Er springt ins Jahr 2030 und erklärt, warum aus seiner Sicht die Citrini-Krise sich nicht ereignen könne und werde.
Sturm im Debatten-Wasserglas also? Ja und nein. „Mit Sicherheit ist das Citrini-Szenario ein sehr zugespitztes gewesen“, sagt auch Ralf Kölbach, der das Thema KI schon lange intensiv verfolgt. Und schiebt nach: „Es ist aber wichtig, sich den Thesen, die im Report aufgeworfen werden, zu stellen. Nicht alles ist so irreal, als dass man leichtfertig darüber hinweg gehen könnte. Man sollte schon mindestens gedanklich vorbereitet sein. KI ist disruptiv und wälzt viele Bereiche unseres Lebens um. Wer das nicht nur aushalten, sondern gestalten will, sollte Fragen stellen. Darin liegt der Wert des Citrini-Reports und der Reaktionen auf ihn.“
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