Name: Batman Schneider
Episode von Recht Lustig - Das wusste ich ja gar nicht! von Azize Ekinci & Fatih Çevikkollu · 7. Oktober 2024 · 20 min
Stell dir vor, du sitzt im Standesamt, dein Neugeborenes friedlich schlummernd im Arm, und die Standesbeamtin schaut dich freundlich an. „Wie soll der kleine Mann denn heißen?“ fragt sie mit einem Lächeln, das sagt: „Gib mir was Schönes, Klassisches, vielleicht einen kleinen Paul oder einen Tim.“
Doch du hast etwas ganz anderes im Kopf. „Batman“, sagst du stolz. Die Beamtin stutzt, ihr Lächeln bleibt wie eingefroren, und für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. „Entschuldigung, wie war der Name?“, fragt sie vorsichtig, als ob sie sich verhört hätte.
„Batman. So wie der Dunkle Ritter, der Beschützer von Gotham City“, wiederholst du und stellst dir vor, wie cool es wäre, wenn dein Sohn sich später in der Schule vorstellt: „Hi, ich bin Batman Müller.“ Die Vorstellung allein lässt dich grinsen.
Doch die Beamtin ist nicht so begeistert. Sie blickt skeptisch auf das Formular und dann wieder zu dir. „Ähm, das ist vielleicht nicht die beste Idee“, murmelt sie und blättert in einem dicken Buch, das vermutlich die Regeln für alle Baby-Namen enthält, die jemals erdacht wurden.
„Warum denn nicht?“, fragst du unschuldig. „Batman ist doch ein Held! Und jeder kennt ihn. Außerdem, wer würde es wagen, Batman in der Schule zu ärgern?“ Du stellst dir vor, wie dein Sohn im Pausenhof steht, die anderen Kinder ehrfürchtig vor ihm zurückweichen, weil er schließlich „Batman“ ist.
Die Beamtin seufzt. „Nun ja, das Problem ist, dass Batman kein echter Name ist. Und… na ja, es könnte sein, dass ihr Sohn später ein bisschen, sagen wir, Schwierigkeiten haben könnte, wenn er sich als Erwachsener als Batman vorstellen muss.“
„Schwierigkeiten?“ Du stellst dir vor, wie Batman Müller eines Tages zum Vorstellungsgespräch geht. „Guten Tag, ich bin Batman und bewerbe mich um die Stelle als Geschäftsführer.“ Okay, vielleicht könnte das ein paar seltsame Blicke hervorrufen. Aber es wäre auf jeden Fall ein unvergesslicher Auftritt!
Die Beamtin sieht deine Überlegungen und bietet einen Kompromiss an. „Wie wäre es mit Bruce? Wie Bruce Wayne? Das wäre zumindest ein richtiger Name.“
Du denkst kurz nach. Bruce Müller klingt nicht schlecht, aber es fehlt das gewisse Etwas. Schließlich lässt du dich überzeugen, dass Bruce vielleicht die praktischere Wahl ist. Doch insgeheim weißt du, dass dein Sohn für immer Batman in deinem Herzen sein wird.
Am Ende verlässt du das Standesamt mit einem kleinen Bruce im Arm, aber sobald ihr zu Hause seid, raunst du ihm zu: „Keine Sorge, kleiner Mann, du bist und bleibst mein Batman.“ Und du weißt, dass der Tag kommen wird, an dem dein Sohn sich dir zuwendet und sagt: „Ich bin Batman.“ Und du wirst lächeln und denken: „Das habe ich gut gemacht.“
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