Gibt es so etwas wie eine Leitlinie seiner Ethik?

Episode von rananjesus von rananjesus.de · 7. August 2026 · 5 min

Wenn man sich fragt, was Jesus besonders wichtig war, dann kommt man schnell zu drei großen Punkten: Nächstenliebe, Fremdenliebe und Feindesliebe.

Für viele klingt die Nächstenliebe noch logisch und einfach. Wir sollen anderen Gutes tun, die wir mögen oder die zu uns gehören. Aber die Fremdenliebe ist schon schwieriger. Hier geht es darum, Menschen zu helfen, die anders sind – die wir vielleicht nicht kennen. Und die Feindesliebe? Die klingt für viele wie eine Zumutung. Warum sollte ich jemandem Gutes tun, der mir schadet?

Um das zu verstehen, muss man schauen, was „Liebe“ damals bedeutete. Heute denken wir bei Liebe vor allem an Gefühle. Wir lieben unsere Familie, unsere Freunde oder vielleicht ein Hobby. Zur Zeit Jesu war das anders. Das griechische Wort „agape“ bedeutete vor allem: soziale Bindungen eingehen oder erhalten. Liebe war also nicht nur ein Gefühl, sondern eine Haltung im Umgang mit Menschen und dem menschlichen Miteinander. Der Gegenbegriff dazu war „hassen“. Das hieß nicht, jemanden zu verachten. Es bedeutete: eine soziale Bindung abbrechen oder zerstören...

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