Der Gorilla hatte recht - von Florian Dimitri Leupin
Episode von Radio München von Radio München · 28. September 2026 · 13 min
Woran glauben wir? An Gott? An die Wissenschaft? An den Fortschritt? An den Kapitalismus? Und warum glauben wir so inbrünstig? Wann wird eine theoretische Möglichkeit zur Gewissheit, die wir nicht mehr hinterfragen, gar als alternativlos akzeptieren? Aus Mangel an Vergleichsmöglichkeiten sind wir Menschen dazu verdammt, nach dem Prinzip Try and Error, also Versuch und Irrtum vorzugehen. Das heißt, wir stehen vor einer Herausforderung, einem Problem und haben bestimmte Vorstellungen, vielleicht auch ganz intuitiv, wie es sich lösen lässt. Ob diese Lösung dann funktioniert zeigt uns erst die Wirklichkeit, also wenn wir diese Idee ausprobiert haben. Da wo wir als Menschheit heute stehen – so die Lesart derer, die glauben, dass wir das Zepter in der Hand haben – ist das Ergebnis unzähliger Versuche und Irrtümer, einschließlich neuer Probleme. Und es gibt dazu eine Erzählung: Den Mythos vom Fortschritt. Wie sich der Mensch von einem „unauffälligen Tier“ wie Yuval Noah Harari schreibt, zum Herrscher der Welt aufschwang. Bei allem Leid, das diese Entwicklung für Mensch, Tier und die gesamte Umwelt bedeutet, trägt diese Erzählung die Botschaft, dass unser Leben heute besser sei als das Leben unserer Ahnen vor über 10.000 Jahren. Dabei wissen wir nicht, wie die damaligen Menschen sich fühlten, was sie dachten. Doch wir können darüber nachdenken, ob unser heutiges Leben wirklich gut ist und wenn nein, woran es liegen könnte.
In seiner Reihe Buchentschlüsselungen widmet sich unser Autor Florian Dimitri Leupin einem Roman aus dem Jahr 1992: „Ismael“ von Daniel Quinn. Ein Buch, das viele Fragen stellt. Leupins Text mit dem Titel „Der Gorilla hatte recht“ erschien zunächst auf seinem Substack-Kanal „Ein Blick durchs Schlüsselloch“:
https://substack.com/home/post/p-192002075
Sprecher: Karsten Troyke
Bild: Florian Dimitri Leupin
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