OB-Wahl Oldenburg 2026: Heike Boldt über kommunalen Wohnungsbau, Kitas als Bildungsort und die Frage, wer das bezahlt | #3

Episode von Oldenburg - Wie ist die Lage? von Lars Maushake · 9. August 2026 · 56 min

Heike Boldt will im Gespräch vor allem eines: Konsequenz. Die Gewerkschaftssekretärin tritt für Die Linke zur Oldenburger Oberbürgermeisterwahl 2026 an – mit einem antifaschistischen, antirassistischen Profil und der klaren Ansage, dass gute Politik Geld kostet.

Warum reicht es nicht, im Wahlkampf mehr Kitaplätze zu fordern? Und wie prägt eine Kindheit in Ostberlin und der Bruch der Wendezeit den Blick auf Gemeinschaft und Zusammenhalt?

In der dritten Folge von „Oldenburg, wie ist die Lage?" spricht Lars Maushake mit Heike Boldt über ihren Weg von den Jusos über die ver.di-Jugend zur Linken – und darüber, was sie von der SPD unterscheidet, obwohl beide dieselben drei Schwerpunkte nennen. Boldt erklärt, warum die Antwort für sie nicht auf der Ausgaben-, sondern auf der Einnahmenseite liegt: Vermögensabgabe, Erbschaftssteuerreform und eine gerechtere Verteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Wer bestellt, muss auch bezahlen.

Außerdem geht es um kommunalen Wohnungsbau mit dauerhafter Sozialbindung, die Kita als Teil der frühkindlichen Bildung statt als Aufbewahrung, ein besser vernetztes Busangebot und barrierefreie Wege für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen. Beim Stadionneubau kritisiert sie das Verfahren, entwickelt aber die Perspektive vom Stadion als Nachbarschaftsprojekt. Zum Schluss wird das Thema nachgeholt, das im Wahlkampf oft untergeht: Migration und Integration.

Kapitelmarken (Springe direkt zu den Themen):

(00:00) Intro: Heike Boldt über die, die den Reichtum in Deutschland tatsächlich erarbeiten

(00:50) Begrüßung & Vorstellung der Linken-OB-Kandidatin und Gewerkschaftssekretärin

(02:11) Politische Lage: Das Reformpapier, schlaflose Nächte und die Frage „Ist das euer Ernst?"

(03:09) Kindheit in Ostberlin: Hausgemeinschaft, Völkerverständigung und antifaschistische Erziehung

(05:15) Wendezeit: Wenn Abschlüsse nicht mehr anerkannt werden und Eltern ganz von vorn anfangen

(07:38) Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin: Die JAV-Gründung und eine Lektion über eigene Rechte

(10:30) Erste Schritte in die Politik: Schülersprecherin, ein Onlineforum und der Weg zu den Jusos

(13:40) Von der SPD zur Linken: WASG, der abgelehnte Mindestlohnantrag und der Wertekompass

(15:57) Was Linkssein bedeutet: Soziale Gerechtigkeit, Macht benennen und „radikal sozial"

(17:47) Vergesellschaftung konkret: Wohnungskonzerne, Genossenschaften und die Autoindustrie

(19:30) Drei Themen für Oldenburg: Kommunaler Wohnungsbau, Sozialbindung und Kita als Bildungsort

(23:03) Mobilität und Barrierefreiheit: Querverbindungen im Bus, kostenfreier ÖPNV und sichere Fußwege

(27:17) Unterschied zur SPD: Konsequenz bei Sozialquote, Kita-Standards und Ausbildungsvergütung

(30:09) Haushalt und Einnahmen: Vermögensabgabe, Erbschaftssteuer und die Finanzierung der Kommunen

(35:47) Verwaltung und Personal: Effizienz durch Zuhören statt Stelleneinsparungen, Chancen der Digitalisierung

(40:20) Die ersten 100 Tage: Gespräche mit den Beschäftigten, Tariflandschaft und gekürzte Initiativen

(46:03) Stadionbau: Kritik am Verfahren, ehrliche Kostenplanung und die Idee vom Nachbarschaftsprojekt

(51:39) Bürgerbeteiligung: Wie man Menschen erreicht, die von Politik längst abgehängt sind

(53:47) Migration und Integration: Seebrücke, Sprachkurse und die Verantwortung der Wirtschaft

(55:41) Abschluss und Ausblick

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