Männergesundheit: Warum Vorsorge ein Zeichen von Stärke ist
Episode von Offene Sprechstunde - Medizin mal anders mit Dr. Kittler von Dr. med. Helmut Kittler · 15. August 2026 · 20 min
Männer gelten oft als zurückhaltend, wenn es um Vorsorge geht. In dieser Folge
beschreibt Dr. Helmut Kittler Situationen aus seinem Praxisalltag: Manche Männer
kommen erst, wenn Beschwerden auftreten — oder wenn die Partnerin den Termin
anstößt und im Gespräch zunächst die Symptome schildert.
Ausgangspunkt der Folge ist die Frage, was nach den Jugenduntersuchungen passiert.
Muss ein junger Mann einfach warten, bis ein regulärer Check-up vorgesehen ist? Dr.
Kittler plädiert dafür, Gesundheit als eigene Verantwortung zu verstehen. Wer
Veränderungen bemerkt, familiäre Risiken kennt oder eine persönliche
Bestandsaufnahme wünscht, kann diese Themen frühzeitig hausärztlich ansprechen.
Die Episode behandelt außerdem verschiedene Untersuchungen und
Vorsorgeangebote. Dazu gehören einfache Basismaßnahmen wie Gespräch,
Blutdruckmessung und Urinuntersuchung ebenso wie individuell zu prüfende Labor-
oder Zusatzuntersuchungen. Mehr Diagnostik ist dabei nicht automatisch für jeden
Menschen sinnvoll. Welche Untersuchung passt, hängt von Alter, Vorgeschichte,
familiären Risiken, Beschwerden und persönlichem Sicherheitsbedürfnis ab.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie Männer überhaupt besser erreicht werden.
Dr. Kittler setzt nicht auf zusätzlichen Druck. Er möchte ermutigen, Vorbilder sichtbar
machen und Angebote schaffen, deren Schwelle niedrig ist. Das Ziel ist nicht, Angst zu
erzeugen, sondern frühzeitige Orientierung zu ermöglichen.
Zum Schluss wird Vorsorge mit einem verbreiteten Männerbild verbunden. Wer Hilfe
sucht oder eine vertraute Person zum Termin mitnimmt, zeigt aus Dr. Kittlers Sicht keine
Schwäche. Im Gegenteil: Stärke bedeutet auch, die eigene Verletzlichkeit anzuerkennen
und Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
Themen der Folge:
• Warum Männer Vorsorge häufig später wahrnehmen.
• Was zwischen Jugenduntersuchungen und späteren Check-ups verloren gehen kann.
• Weshalb familiäre Risiken und Veränderungen im Alltag wichtig sein können.
• Welche Rolle die hausärztliche Bestandsaufnahme spielt.
• Warum fehlende Beschwerden keine vollständige Sicherheit geben.
• Wie Motivation und niedrigschwellige Angebote Männer besser erreichen können.
• Warum Hilfe zu suchen ein Zeichen von Stärke sein kann.
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