Kreuzzeichen / Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
Episode von Morgenimpuls von DOMRADIO.DE · 20. Juni 2026 · 72 h 47 min
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Manch einer von euch wird heute Morgen schon mit diesen Worten innerlich oder äußerlich gesprochen das Kreuzzeichen über seinen Körper gemacht haben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, das soll mehr als eine Gewohnheit sein. Es ist ein Bekenntnis. Gott ist Beziehung kein ferner Einzelgott, sondern ein Gott in drei Personen Vater Sohn und Heiliger Geist vereint in Liebe. Wenn wir das Kreuzzeichen machen, sagen wir nicht, ich bete zu drei Göttern. Wir sagen, ich bete zu dem einen Gott, der Gemeinschaft ist und uns in diese Gemeinschaft hineinruft.
Viele Studierende, denen ich tagtäglich als Hochschulpfarrer begegne, fühlen sich in dieser Welt wie Einzelkämpfer und manches Mal denkt man, sie wollen sich jeden Tag wirklich selbst optimieren. Aber ist das wirklich gut? Glauben heißt nicht nur, an Gott zu glauben, sondern mit Gott zu leben. Deswegen machen wir dieses Zeichen, das Kreuzzeichen über unseren ganzen Leib. Die Dreifaltigkeit Gottes ist sein wahres Wesen, Liebe in Bewegung. Der Vater liebt den Sohn. Der Sohn lebt aus dem Vater. Der Geist ist die verbindende Kraft und alles, was lebt, entsteht aus dieser göttlichen Dynamik. Gott ist keine abstrakte Theorie, sondern gelebte Beziehung. Am Ende stellt sich eine ganz einfache Frage: Wie bleibe ich in Gott und wie bleibt Gott in mir?
Die Antwort der Bibel aus dem Johannesbrief ist: Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Der Heilige Geist befähigt uns dazu, nicht nur als Kraft, sondern als Gegenwart Gottes in jedem ehrlichen Gespräch, in jeder offenen Frage, in jedem Moment echter Verbundenheit. Gerade im Studium, wo so viele Studierende vieles rational und leistungsorientiert angehen, erinnert uns der Heilige Geist: Es geht nicht nur um Wissen, sondern um Weisheit. Es geht um Liebe und Wahrheit im Kreuzzeichen und im Alltag dürfen wir uns vom Geist leiten lassen. Denn dort, wo die Liebe ist, da ist auch Gott gegenwärtig. So wird Liebe lebendig nicht nur gedacht, sondern gelebt.
Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
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