Glaubensvermittlung in der Familie ist wichtig / Morgenimpuls mit Schwester Katharina
Episode von Morgenimpuls von DOMRADIO.DE · 17. März 2026 · 68 h 37 min
Am Wochenende war eine Gruppe elf bis dreizehnjährige Mädchen mit mir im Mutterhaus zu einem gemeinsamen Erleben in der Fastenzeit. Und dann haben wir unter anderem ein Fastenzeit- und Osterquiz gemacht mit immer drei bis vier Antwortmöglichkeiten. Manches ernsthaft, manches eher witzig, manches religiös und manches auch profan. Und zwei Mädchen waren immer schneller als alle anderen und wussten echt immer fast alles wirklich richtig. Ich war total erstaunt und in der Pause zwischendurch habe ich dann mal gefragt, wieso und woher sie das alles wussten. Na, aus der Schule und von zuhause, war die genauso rasche, fast identische Antwort. Die anderen Mädels, die zum Teil in die gleiche Schule und sogar in die gleiche Klasse gehen, konnten kaum eine Frage beantworten, oder, wenn ich sie animiert habe, doch einfach mal zu tippen, war es meist echt daneben.
Mir ist wieder klar geworden, dass Glaubensvermittlung wirklich viel eher zuhause geschieht, oder das zuhause Vermittelte eher in Kopf und Herz bleibt. „Wir machen das doch immer zusammen zuhause oder mit Oma“, sagen die Mädchen: „das Beten, das in die Gottesdienste gehen, am allerliebsten in die Osternacht und die ganzen Sachen mit den Palmsträußen, dem Ostereierfärben, dem Backen und alles, was so dazu gehört.“
Ich hoffe sehr, dass viele Eltern und Großeltern auf dem Schirm haben, dass das so ist und die Dinge, die das liturgische und Kirchenjahreszeitliche Lernen beinhalten, nicht im Alltagsgeschehen untergehen. Beim gemeinsamen Kreuzwegbeten, hinter dem Mutterhaus mit den sehr eindrücklich gestalteten Plastiken, sind dann auch die anderen Teilnehmerinnen aus sich herausgekommen, als es bei jeder Station darum ging, für wen wir, unter dem Eindruck der einzelnen Stationen beten könnten. Da hatte ich zwischendurch Gänsehaut bei den sehr klar formulierten Anliegen und Problemen, die dieser Jesus mit auf seinen Kreuzweg nehmen sollte. „Learning by doing“ heißt es im Englischen: lernen im Tun, ist auch für uns Ältere immer wieder gefragt, damit wir gerade in dieser Fastenzeit nicht vergessen, worum es geht – bei Gott und bei den Menschen.
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