"Wir sind alle Töchter, aber nicht alle Mütter" - Oliwia Hälterlein: “Wir Töchter“ - Rezension von Marieluise Labry

Episode von Literatur Radio Hörbahn von Uwe Kullnick · 23. August 2026 · 10 min

Wir sind alle Töchter, aber nicht alle Mütter

Oliwia Hälterleins Debütroman “Wir Töchter“ ist nicht nur feministischer Widerstand gegen familiäre Genealogien, sondern zugleich ein Befreiungsschlag einer postmigrantischen Generation, die ihre eigenen Wege geht

Hördauer 11 Minuten

Dass Frauen als Mütter einen anderen Status haben als Frauen ohne Kinder und dass Mutterschaft eine politische Kategorie ist, ist in feministischen Diskursen seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner. Doch was ist eigentlich mit den Töchtern? Jede Frau ist eine Tochter – das ist keine Lebensentscheidung wie die Entscheidung für oder gegen eigene Kinder. Doch auch das Tochtersein ist keine neutrale Rollenzuschreibung in der Familie, sondern ebenso eine politische Kategorie, die sich auf Herkunft, Zugehörigkeit und Verantwortung von Frauen bezieht. Die Autorin Oliwia Hälterlein widmet sich genau diesem Thema und stellt in ihrem Debütroman die Frage danach, was eine gute Tochter ausmacht. Sie schaut sich matrilineare Genealogien an und beschreibt den Konflikt einer Tochter, die keine Mutter sein will und kann. Der Status der Tochter scheint auf den ersten Blick banal. Doch daran schließen sich existenzielle Fragen nach Weiblichkeit, Frauengesundheit, Reproduktionsarbeit, Unterdrückung und weiblichem Widerstand an. …“

Eine Rezension von Marieluise Labry

Den Text der Rezension finden Sie hier

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Realisation: Uwe Kullnick

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