#52 Ulrich Hoffmann: Wer muss Wissenschaft eigentlich kommunizieren?
Episode von Let's talk SCIENCE! von Graduiertenzentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel · 4. September 2026 · 1 h 15 min
Wie wird aus komplexer Forschung eine Geschichte, die auch außerhalb des eigenen Fachgebiets verstanden wird? Und wer ist eigentlich dafür verantwortlich, diese Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu bauen?
In der zweiten Folge mit Ulrich Hoffmann geht es um Wissenschaftskommunikation – und um zwei Perspektiven, die bei ihm auf besondere Weise zusammenkommen. Seit vielen Jahren arbeitet Ulrich als Journalist und Autor. Heute promoviert er außerdem in Philosophie und hat am Graduiertenzentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel das Zertifikatsprogramm Wissenschaftskommunikation absolviert. Vieles von dem, was dort vermittelt wird, kannte er bereits aus seiner journalistischen Praxis. Gleichzeitig, erzählt er, habe ihm das Programm erstmals einen theoretischen Rahmen für Arbeitsweisen gegeben, die er zuvor vor allem intuitiv angewandt hatte.
Gemeinsam sprechen wir darüber, was Wissenschaftskommunikation eigentlich ausmacht und wo sie beginnt. Muss jede*r Wissenschaftler*in die eigene Forschung selbst für eine breite Öffentlichkeit aufbereiten können? Oder braucht es gerade für diesen Transfer Menschen, deren Expertise in der Kommunikation liegt? Ulrich berichtet aus seiner journalistischen Arbeit mit Forschenden und davon, warum Verständlichkeit und wissenschaftliche Genauigkeit manchmal in einem Spannungsverhältnis stehen.
Dabei geht es auch um die Frage, was gute Wissenschaftskommunikation gesellschaftlich leisten kann. Wie schaffen wir Vertrauen in Wissenschaft, ohne ihre Unsicherheiten und offenen Fragen zu verschweigen? Welche Rolle spielt Medienkompetenz in einer digitalen Öffentlichkeit, in der wissenschaftlich fundierte Informationen neben Desinformation und ungeprüften Behauptungen stehen? Für Ulrich ist gerade diese Fähigkeit, Quellen und ihre Glaubwürdigkeit einordnen zu können, eng mit der Frage verbunden, wie Wissenschaftskommunikation zur Demokratieförderung beitragen kann.
Außerdem erzählt Ulrich von seinen Erfahrungen im Zertifikatsprogramm Wissenschaftskommunikation: von Visual Science Communication über Slide Writing und Storytelling bis zu neuen Perspektiven auf das eigene Schreiben. Dabei zeigt sich, dass Weiterbildung nicht immer bedeutet, etwas vollkommen Neues zu lernen – sondern manchmal auch, Bekanntes neu zu verstehen, zu hinterfragen und bewusster einzusetzen.
Eine Folge über Wissenschaft und Journalismus, verständliche Sprache, die Verantwortung guter Kommunikation – und darüber, warum Wissenschaftskommunikation vielleicht gerade dann besonders gut funktioniert, wenn Forschung und Kommunikation ihre jeweiligen Stärken zusammenbringen.
Weitere Episoden von „Let's talk SCIENCE!“
- #53 Melissa Solano Marchini: Was macht unseren Stoffwechsel wirklich gesund? 2. Oktober 2026
- #51 Ulrich Hoffmann: Aus Leidenschaft promovieren – Philosophie, Journalismus und die Frage nach Überkonsum 24. August 2026
- #50 Jan Steffen & Dr.‘in Susanne Landis: Wissenschaftskommunikation im Exzellenzcluster 22. Juni 2026
- #49 Jan Steffen & Dr.‘in Susanne Landis: Was gute Wissenschaftskommunikation wirklich ausmacht 16. Juni 2026
- #38 Anna Loy: Bühne, Kamera, Ausgrabung – Wissenschaft kommunizieren in der Archäologie 18. Juli 2025
- #30 Elisa Klein: Wenn Wissenschaftskommunikation aus der Krise hilft 20. September 2024
- #17 Tobias Hahn: Promotion und Volontariat? Ja, das geht! 15. September 2023
Alle Episoden von Let's talk SCIENCE! · Mehr Bildung-Podcasts