Der Staat braucht mutige Führung – mit Ralph Brinkhaus

Episode von Kann der Elefant tanzen? von Ralf Junge-Pearl, Thorsten Rode · 3. August 2026 · 56 min

In der neuen Folge unseres Podcasts "Kann der Elefant tanzen?" entwickeln wir gemeinsam mit unserem Gast Ralph Brinkhaus (Vorsitzender der AG Digitales und Staatsmodernisierung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) eine Zielvision für die deutsche Verwaltung im Jahr 2035.

Ralph Brinkhaus vergleicht den aktuellen Staat mit einem Elefanten, der die Musik zwar schon hört, aber wegen mangelnder Umsetzungskraft, fehlender Zielorientierung und oft zu dogmatischem Datenschutz noch nicht im Takt tanzt. Für 2035 skizziert er die Vision eines Staates, der vorrangig als „Prozess-Eigner“ statt als Ausführer auftritt, in dem Künstliche Intelligenz und Automatisierung Routineaufgaben übernehmen. Dies soll einerseits den demografischen Wandel abfedern und andererseits Freiräume für essenzielle Gestaltungsaufgaben wie Stadt- oder Kitaplanung schaffen, während die Rathäuser primär als empathische analoge Rückfallebene dienen. Um diesen Wandel zu realisieren, fordert Brinkhaus die konsequente Umsetzung der Registermodernisierung nach dem „Once Only“-Prinzip, die Abkehr von starren Beamtenlaufbahnen zugunsten agiler Projektarbeit sowie einen Kulturwandel hin zu mehr Risikobereitschaft, Fehlertoleranz und „Freude am Gelingen“. Da es für diesen fundamentalen Umbau keine einzelne Wunderwaffe gibt, benennt er als das absolute "Unabdingbare" den unbedingten, mutigen Führungswillen an der Spitze sowie die systematische Befähigung und Ausbildung von Führungskräften.

Die Highlights der Folge:

Der Staat als Prozess-Eigner: Warum in Zukunft Künstliche Intelligenz Routineaufgaben komplett übernehmen wird und wie wir diesen Umstand nutzen können, um den demografischen Wandel der ausscheidenden "Boomer-Generation" abzufedern.

Das Ende starrer Hierarchien: Warum klassische Laufbahnen ausgedient haben und die Verwaltung künftig in agilen Projekten organisiert sein muss, um Talente nach Fähigkeiten statt nach Dienstjahren einzusetzen.

Neuer Kulturwandel: Wir brauchen dringend mehr "Freude am Gelingen"! Statt Misserfolge zu beweinen, müssen wir anfangen, Erfolge zu feiern und unsere "Verwaltungshelden" sichtbar zu machen.

Am Ende der Folge verdichten wir das Gespräch auf einen entscheidenden Satz für unser "Manifest des Unabdingbaren".

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