Hodrohelden Folge 33 - Die DGUV-Regel 113-020 wird überarbeitet
Episode von Hydrohelden - Der Hydraulikpodcast von Andreas Klöss · 13. August 2026 · 40 min
Die DGUV-Regel 113-020 steht auf dem Prüfstand – und parallel plant die BG eine Informationsschrift zur Qualifizierung von Hydraulik-Personal. Ulli Hielscher von der Internationalen Hydraulik-Akademie erklärt, was sich ändert, wo die größten Fehler passieren und warum Haftung schneller zum Thema wird als gedacht.
Nach fast zwei Jahren ist Ulli Hielscher wieder zu Gast bei den Hydrohelden. Der Geschäftsführer der Internationalen Hydraulik-Akademie (IHA) in Dresden ist seit 33 Jahren in der Hydraulik unterwegs und seit 2007 Mitglied im Arbeitskreis der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung für Hydraulikschlauchleitungen und -flüssigkeiten. Genau diese Regel – die DGUV-Regel 113-020 – wird derzeit redaktionell und fachlich überarbeitet.
Ulli erklärt, wie so ein Arbeitskreis überhaupt zusammengesetzt ist, warum die Regel nicht grundsätzlich umgeschrieben, sondern präzisiert wird, und wo im Detail nachgeschärft wird – etwa beim Thema Kennzeichnung. Vor allem aber wird deutlich: Die DGUV-Regel ist kein unverbindliches Infoheft. Sie konkretisiert Arbeitsschutzgesetz und Betriebssicherheitsverordnung und wird im Schadensfall herangezogen. Wer nicht prüft und nicht dokumentiert, landet schnell bei § 14 BetrSichV, bei Organisationsverschulden – und im schlimmsten Fall bei einer Vorstrafe. Ein reales Beispiel mit 700 Litern Öl im Rhein macht das eindrücklich klar.
Weitere Themen: die typischen Einbaufehler bei Schlauchleitungen (Torsion, zu kleine Biegeradien, zu kurz verlegt, falsche Befestigung), die Fristen für Lagerung und Verwendungsdauer und der Spielraum, den man mit dokumentierten Erfahrungswerten hat. Dazu ein Plädoyer für das Hydrauliköl als Konstruktionselement: warum Öle nicht gemischt werden sollten, was Kavitation anrichtet und wieso zustandsorientierter Wechsel statt starrer Betriebsstunden-Intervalle der bessere Weg ist.
Im zweiten Teil geht es um die geplante DGUV-Informationsschrift zur Qualifizierung für Arbeiten an Maschinen mit hydraulischen Antrieben. Angedacht ist eine Qualifikationsmatrix, ähnlich den Stufen in der Hochvolt-Technik, die zwischen Bedienen, Instandhalten und Konstruieren unterscheidet. Hintergrund sind Unfallstatistiken und der spürbare Wissensverlust in den Betrieben – während Hydraulik aus Ausbildung und Studium zunehmend verschwindet. Ob daraus irgendwann etwas Verbindliches wird, diskutieren Lars, Andreas und Ulli offen.
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