(35) Wie hält es die Linke mit Israel? / Zukunft des Staatskirchenrechts. Mit Bodo Ramelow
Episode von Glaube. Macht. Politik. von PRO | Das christliche Medienmagazin · 4. November 2025 · 1 h 37 min
In dieser Episode des Podcasts „Glaube macht Politik“ bespricht Nicolai Franz mit Bodo Ramelow die komplexe Verbindung von Religion und Politik, insbesondere im Kontext des Nahostkonfliktes. Die Folge beginnt mit der Vorstellung von Bodo Ramelow, dem ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei in Deutschland und nun Vizepräsident des Bundestages, der auch als religionspolitischer Sprecher seiner Fraktion fungiert. Ein zentrales Thema der Episode sind seine jüngsten Eindrücke aus Israel, wo er nach den tragischen Vorfällen am Nova-Festival war. Diese Schreckensereignisse, bei denen viele Menschen getötet wurden, haben bei Ramelow einen tiefen Eindruck hinterlassen.
Im Verlauf des Gesprächs schildert Ramelow seine Gedanken, die ihn seit seiner Rückkehr aus Israel beschäftigen. Er reflektiert über die Begegnungen mit Angehörigen der Geiseln und die Kunstveranstaltung, die an diesem dunklen Tag stattfand. Diese Erlebnisse lösen bei ihm Trauer, Empathie, aber auch die Überzeugung aus, dass in dieser zutiefst polarisierten Situation ein Dialog und eine friedliche Lösung notwendig sind. Ramelow betont die Notwendigkeit der menschlichen Perspektive, die er durch die Rettungsgeschichte von vier Beduinen erlebt hat, die Menschen unabhängig von deren religiöser Zugehörigkeit halfen.
Die Diskussion nimmt eine tiefere Wendung, als Ramelow die Religion als Schlüsselthema in der Politik anspricht. Er stellt klar, dass der Schmerz der Opfer auf beiden Seiten – bei den Palästinensern und den Israelis – zu berücksichtigen und zu respektieren ist. Gleichzeitig kritisiert er die Instrumentalisierung von Religion zur Förderung von Konflikten und Missverständnissen, sowohl im Nahen Osten als auch in der westlichen Welt. Hierbei verknüpft er persönliche Glaubenserfahrungen und das Streben nach Frieden in einer von Konflikten geprägten Welt.
In einem weiteren Handlungsschritt berichtet Ramelow von seiner Pilgerreise nach Rom, wo er Papst Leo XIV. traf und der Bedeutung dieser Begegnung für den interreligiösen Dialog. Der Papst, so Ramelow, steht vor der Herausforderung, eine polarisierten Weltkirche zusammenzuhalten und in den unterschiedlichsten Konflikten Frieden zu stiften. Dabei hebt Ramelow hervor, wie wichtig Mitmenschlichkeit und das Wohlergehen von Minderheiten sind.
Im Verlauf der Episode diskutieren die beiden auch das Gesellschaftsbild und das Verständnis von Religion in Deutschland. Ramelow kritisiert die einseitige Wahrnehmung, dass die Linke grundsätzlich atheistisch sei. Er selbst steht als praktizierender Christ in seiner Partei für eine differenzierte Sicht auf Glauben und Religion und sieht sich nicht als Außenseiter. Sondern er beschreibt seine Rolle als einen gemeinsamen Lernprozess, der auch in der politischen Landschaft relevant ist.
Die Episode behandelt eine Vielzahl von Themen: von Ramelows Erfahrungen im Bundestag und den Herausforderungen des interreligiösen Dialogs bis hin zu den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Der Gesprächsfluss zeigt Ramelows emotionalen und politischen Einsatz für Frieden und Versöhnung, was eine wertvolle Perspektive auf die Rolle von Glauben in der politischen Arena gibt.
Abschließend zeigt Ramelow, dass uneingeschränkte Solidarität mit einer Seite oft die anderen Sichtweisen übersieht und empfiehlt stattdessen einen offenen Dialog, um die Wunden zu heilen und ein echtes Verständnis zueinander zu entwickeln.
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