Folge 26: Songcontest, 12 Punkte für Konflikt-Vorsorge

Episode von Ganz ehrlich? von Proconsens.at · 28. September 2026 · 35 min

Was passiert, wenn 80 bis 100 Menschen unter enormem Zeitdruck zusammenarbeiten – und für Konflikte eigentlich keine Zeit bleibt?

Beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien stand das ORF-Team vor genau dieser Herausforderung. Unterschiedliche Departments, neue Teams, hoher Arbeitsdruck und ein Termin, der nicht verschoben werden kann: Am Ende muss alles funktionieren – auf die Sekunde.

Deshalb wurden innerhalb des ESC-Teams fünf Mitarbeitende zu Konfliktlotsen bzw. Konfliktmoderatoren ausgebildet. Ihre Aufgabe: Spannungen möglichst früh wahrnehmen, auf Kolleg zugehen und dort einen Gesprächsraum schaffen, wo aus kleinen Irritationen sonst schnell größere Konflikte werden können.

In dieser Folge von „Ganz ehrlich?“ spricht Annette Behrendt mit Lisa Maurer, Head of Backstage Tours beim ESC 2026, und Konfliktexperte Jürgen Dostal darüber, wie dieses Modell in der Praxis funktioniert hat.

Lisa erzählt, warum die Ausbildung teilweise überraschend emotional und anstrengend war, weshalb nicht jede Person für die Rolle geeignet ist und warum es nicht genügt, Konfliktlots einfach auszubilden und anschließend auf ihre ersten Fälle warten zu lassen.

Eine der wichtigsten Erfahrungen aus dem ESC: Konfliktlotsen müssen beobachten, ansprechbar sein und aktiv auf Menschen zugehen. Gerade unter hohem Zeitdruck kann schon eine vergessene Information oder ein Missverständnis eine Dynamik auslösen, die Arbeit erschwert und Ressourcen bindet.

Zentrale Schwerpunkte der Folge

Warum der ORF beim ESC 2026 - im Volksmund "Songcontest" - Konfliktlotsen eingesetzt hat

Welche Menschen sich für diese Rolle eignen – und warum nicht jeder Konfliktlotse oder jede Konfliktlotsin werden kann

Wie herausfordernd ein praxisnahes Konflikttraining tatsächlich sein kann

Wie Konfliktlotsen Spannungen erkennen, bevor daraus größere Konflikte entstehen

Warum sie Lösungen nicht vorgeben, sondern den Beteiligten ermöglichen, selbst tragfähige Lösungen zu entwickeln

Wie das Angebot innerhalb des ESC-Teams bekannt gemacht und aktiv an Mitarbeitende herangetragen wurde

Warum persönliche Ansprache oft wirksamer ist als Intranet, Rundmail oder formelle Kommunikation

Welche Rolle Vertrauen, Neutralität und Diversität im Team der Konfliktlotsen spielen

Für wen ist diese Folge besonders geeignet?

Für Führungskräfte, HR-Verantwortliche und Projektleiter, die erleben, wie schnell unter Zeitdruck aus kleinen Irritationen echte Konflikte entstehen können.

Und für Organisationen, die Konflikte nicht erst bearbeiten möchten, wenn sie eskaliert sind, sondern Strukturen schaffen wollen, durch die Spannungen früh erkannt und angesprochen werden können.

Für Mitarbeitende, die gerne diese Aufgabe in ihrer Organisation übernehmen wollen und damit zu einer wichtigen Ansprechperson werden.

Teilnehmer der Folge:

Lisa Maurer, Head of Backstage Tours beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien und Teilnehmerin der Ausbildung zur Konfliktmoderatorin im ESC-Team

Annette Behrendt, Kommunikationstrainerin, Leadership Coach und Partnerin bei PROCONSENS

Jürgen Dostal, Mediator, Konflikt- und Krisenexperte bei PROCONSENS

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