Migrationsgeschichten im Sport
Episode von FROzine von Marina Wetzlmaier · 18. Juli 2026 · 50 min
Von Spanien, über Deutschland nach Österreich: Wie sein Traum Fußball-Profi zu werden den Spanier Isa Drammeh nach Wels führte.
Beruf Fußballer: „Es beginnt Zuhause“
Dass er Fußballprofi werden wollte, war Isa Drammeh schon als Kind klar. Später erkannte er, wie hart der Weg dorthin sein kann. Abbringen ließ er sich dennoch nicht. Drammeh wuchs in Santa Coloma de Farners auf, einer Stadt in Katalonien. Mit vier Jahren begann er Fußball zu spielen. Als Jugendlicher spielte in der U16 und U18. Seine Suche nach der passenden Chance, um seinen Berufstraum zu erfüllen, und mehrere Vereinswechsel führten ihn quer durch Spanien, nach Deutschland und schließlich nach Österreich. Zunächst spielte der heute 23-Jährige eine Saison beim SV Horn in Niederösterreich. Seit wenigen Wochen ist er neuer Stürmer beim Fußballclub Hertha Wels in der 2. Liga.
Seine Familiengeschichte ist ebenso international wie sein beruflicher Weg: Isa Drammehs Eltern kommen aus Guinea in Westafrika. Sie waren nach Spanien migriert, um die Familie zu unterstützen. Mehr erzählt er in Folge 44 des Podcasts „Gekommen, um zu bleiben. Diaspora im Gespräch„. Das Gespräch fand auf Englisch statt.
Zum Interview
„Zuhause in der Welt der Bewegung“
Heimat war für Ebrahim Popalzai nie ein Begriff. Er ist im Iran geboren und aufgewachsen. Im Herkunftsland seiner Eltern, Afghanistan, ist er nie gewesen. Auch im Iran fühlte er sich nicht „zuhause“, denn als afghanischer Flüchtling war er verschiedenen Formen der Diskriminierung ausgeliefert und grundlegende Rechte blieben verwehrt. So durfte er als Kind nicht die Schule besuchen und ging stattdessen arbeiten. Mit acht Jahren begann er Kung Fu To’a zu trainieren, eine Form der Kampfkunst, die im Iran entwickelt wurde.
„Beim Training hat Herkunft keine Rolle gespielt“, erzählt Ebrahim Popalzai. „Dort habe ich mich immer wohl gefühlt.“
Im Jahr 2015 kam er als „unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“ nach Österreich. Im Podcast erzählt er unter anderem, wie schwer es war, sich ohne Familie auf den Weg zu machen und was er aus der Philosophie von Kung Fu To’a für sein Leben gelernt hat.
Kampfkunst und Bewegung spielen auch in Österreich eine große Rolle für Popalzai: Bei der Kampfsport-WM 2019 in Bregenz wurde er Weltmeister. Außerdem studierte er Tanz an der Bruckneruniversität Linz. (WH v. 21.4.2021)
Weitere Episoden von „FROzine“
- Mit kaleido.teen Potenzial entdecken 7. Oktober 2026
- Zum Verrückt werden: Stimmen hören und Psychose 5. Oktober 2026
- Weltempfänger: Proteste in Frankreich 3. Oktober 2026
- Calle Libre Festival Linz und Street Art 1. Oktober 2026
- Safe Abortion Day in Linz & Verein unSICHTBAR 30. September 2026
- Solidaritätsfilmabend zu Protesten in Georgien 29. September 2026
- Fairteiler und Schöne neue Öffentlichkeit 24. September 2026
- 30 Jahre Verein PIA & Gesetz zu digitaler Gewalt 23. September 2026
- HOSI Schulworkshops & Beaver Dam Analog 22. September 2026
- Gewaltambulanz gehört ausgebaut 20. September 2026
- Club of Rome Austria/Genderbias am österreichischen Arbeitsmarkt/Kongress der Utopien in Quedlinburg 17. September 2026
- Ein Hebel reicht nicht: Wie ein gutes Leben für alle gelingen kann (Beitrag) 16. September 2026
- Gewaltambulanz gehört ausgebaut 16. September 2026
- B37 und „Die Toten von Lambach“ 14. September 2026
- Weltempfänger: Dürre im Sommer 13. September 2026