Biologische Pflanzenschutzmittel: Hoffnungsträger mit Hürden
Episode von FiBL Focus von FiBL Podcast Team · 8. Mai 2026 · 41 min
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In dieser Podcastfolge geht es um die Suche nach wirksamen, biologischen Lösungen gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge. Diese sollen umweltverträglich und wirtschaftlich tragbar sein. Doch der Weg bis zur Zulassung ist lang. Viele potenzielle Wirkstoffe scheitern auf diesem Weg.
Im Zentrum der Folge steht die Weiterentwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel. Vorbeugende Massnahmen wie Biodiversität, geeignete Fruchtfolgen, robuste Sorten und die Förderung von Nützlingen bleiben zentral. Doch sie reichen nicht immer aus. Klimawandel und neue Schadorganismen erhöhen den Druck auf die Kulturen. Der Bedarf an zusätzlichen Lösungen wächst.
Ernterückstände nutzen
Hier setzt die Forschung an: Gesucht sind neue biologische Pflanzenschutzmittel. Sie sollen gezielt wirken und gleichzeitig Umwelt, Nützlinge und Bodenleben schonen. Ein Beispiel ist das Projekt TASSILI des Instituts für Biologische Landwirtschaft und Agrarökologie (IBLA). Im Projekt werden natürliche Wirkstoffe aus Hülsenfrüchten untersucht. Konkret geht es um sogenannte Saponine aus Ernterückständen. Diese Pflanzeninhaltsstoffe hemmen Pilzkrankheiten und könnten künftig als biologische Fungizide genutzt werden. «Ziel des Projektes ist eslangfristig die chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel zu reduzieren und trotzdem direkte Massnahmen zur Verfügung zu haben», erklärt Stéphanie Zimmer vom IBLA.
Kupfer ersetzen
Auch am FiBL wird intensiv an neuen Lösungen gearbeitet. In verschiedenen Projekten werden Mikroorganismen, Pflanzenextrakte und andere natürliche Wirkstoffe getestet, um den Einsatz von Kupfer zu reduzieren. Kupferpräparate werden im Biolandbau seit Langem eingesetzt, etwa gegen Pilzkrankheiten im Obst- und Weinbau. Gleichzeitig steht Kupfer in der Kritik, da es sich im Boden anreichern kann und Auswirkungen auf Bodenorganismen hat. Entsprechend gross ist der Druck, Alternativen zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Wirkung im Labor. Entscheidend ist auch, ob die Mittel unter Praxisbedingungen funktionieren und sich wirtschaftlich einsetzen lassen.
Doch die Entwicklung solcher Mittel ist komplex. Von der Identifizierung geeigneter Wirkstoffe über Labor- und Feldversuche bis hin zur Zulassung ist es ein langer Weg. Auch wirtschaftlich ist die Entwicklung anspruchsvoll. Laut Barbara Thürig vom FiBL muss mit Kosten von etwa 10-12 Millionen Schweizer Franken gerechnet werden. Die Folge zeigt, wie aufwendig dieser Prozess ist, warum es Jahre dauert, bis ein neues Produkt in der Praxis ankommt, und weshalb selbst wirksame Mittel oft nicht auf den Markt gelangen.
Gästinnen:
Hanna Heidt, Forschung und Entwicklung, IBLA
Barbara Thürig, Co-Leitung Gruppe Pflanzenschutz, FiBL
Stéphanie Zimmer, Direktorin, IBLA
Infos zum Thema: siehe News auf fibl.org zur Podcastfolge.
Der Podcast entstand im Rahmen der Projekte «TASSILI» und «Kupferersatz für den Biolandbau». Wir danken den Geldgebenden Luxembourg National Research Fund, Œuvre Nationale und dem Coop Fonds für Nachhaltigkeit herzlich für ihre Unterstützung.
@fibl_focus
Website
www.fibl.org
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