Die Laubfärbung – Warum Wälder im Herbst brennen
Episode von Ein Jahr in der Natur von Tiere, Pflanzen und Landschaften zum Entspannen und Lernen · 30. September 2026 · 24 min
Jeden Herbst verfärben sich ganze Wälder in Gelb-, Orange- und Rottöne, ein Schauspiel, das sich als hochpräziser biochemischer Abbauprozess entpuppt. Diese Folge erklärt, warum Chlorophyll mit seinem zentralen Magnesiumatom das Blatt grün erscheinen lässt, warum Carotinoide das ganze Jahr über unsichtbar mitreisen, und warum Anthocyane erst im Herbst aktiv neu produziert werden. Wir sprechen über die photoprotektive Funktion der Rotfärbung, über die umstrittene Hypothese eines Signals an blattfressende Insekten, über die Trennschicht am Blattstiel, die Nährstoffe vor dem Laubfall zurückgewinnt, und über den Unterschied zwischen den feurigen Rottönen Neuenglands und den gedämpfteren Farben mitteleuropäischer Buchen- und Eichenwälder. Am Ende steht die Frage, wie sich Beginn und Intensität der Laubfärbung durch den Klimawandel bereits messbar verschieben.
QuellenLee, D. W. (2007). Nature's palette: The science of plant color. University of Chicago Press.Archetti, M., Döring, T. F., Hagen, S. B., et al. (2009). Unravelling the evolution of autumn colours: An interdisciplinary approach. Trends in Ecology & Evolution, 24(3), 166–173.Matile, P. (2000). Biochemistry of Indian summer: Physiology of autumnal leaf coloration. Experimental Gerontology, 35(2), 145–158.Hoch, W. A., Zeldin, E. L., & McCown, B. H. (2001). Physiological significance of anthocyanins during autumnal leaf senescence. Tree Physiology, 21(1), 1–8.
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