Markus Witte: Warum eine Geschichte der Bibel unmöglich ist
Episode von Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast von Johann Hinrich Claussen · 8. Mai 2026 · 54 min
Regelmässig lade ich Menschen in meinen Podcast ein, die gerade ein Buch veröffentlicht haben. Dieses Mal mache ich es anders: Ich habe einen Gast bei mir, der gerade an einem Buch arbeitet, das sehr interessant werden dürfte – nur muss er sich eingestehen, dass dieses Buch eigentlich gar nicht möglich ist.
Markus Witte lehrt Altes Testament an der Fakultät für Evangelischen Theologie an Humboldt Universität Berlin. Er möchte eine Literaturgeschichte des Alten Testaments schreiben. Doch das dürfte kaum mehr möglich sein. Denn in der alttestamentlichen Forschung hat sich ein radikal neues Bild von der Entstehung der Bibel durchgesetzt: Es gab keine «Autoren», vielmehr haben «Redaktionen» in immer neuen Anläufen, Neudeutungen und Umschreibung das geschaffen, was nun als Buch vor uns liegt.
In meinem Studium hatte ich es noch ganz anders gelernt. Es hat in der alttestamentliche Forschung eine regelrechte Revolution stattgefunden – allerdings, ohne dass die breite Öffentlichkeit das mitbekommen hätte. Welche Folgen hat sie für unser Verständnis des Alten Israel, für unser Verhältnis zur Bibel, für unseren Glauben.
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