Lieber für immer allein als „Modern Love“

Episode von Die Schaulustigen von DIE ZEIT · 15. November 2019 · 58 min

Die Zeiten, in denen sich der Durchschnittsdeutsche für eine Serie auf

lediglich 4 Streaming-Plattformen entscheiden musste, sind endlich

vorbei! "AppleTV+" ist auf den Markt gekommen, und weil die

Schaulustigen Netflix schon zweimal durchgespielt haben, haben sie sich

den neuen Anbieter direkt angeschaut. Wichtigste Show dort ist bisher

"The Morning Show" mit Jennifer Aniston und Steve Carrell, was weniger

eine gute Serie als vielmehr eine lange, sehr gut besetzte

Schleichwerbung für Apple-Produkte zu sein scheint.

Aber es geht auch um Liebe bei den Schaulustigen! Passmann und Kalle

haben sich die Hype-Show "Modern Love" angesehen, eine Serie, die

behauptet, großartige und außergewöhnliche Liebesgeschichten aus New

York zu erzählen. Leider wurden selten so gewöhnliche und komplett egale

Liebesgeschichten erzählt wie in "Modern Love", mit wenigen Ausnahmen

ist der Plot einer jeden Liebschaft überflüssig und vorhersehbar.

Großartig besetzte Langeweile. Kalle spricht sich in Rage für ein Ende

von Filmen aus New York City aus, Passmann fordert direkt einen

sofortigen Stopp aller Liebesfilme.

Aber alles, was "Modern Love" schlecht macht, macht eine andere

Netflix-Serie zufällig und nebenher so viel besser: In "The Kominsky

Method" spielt Michael Douglas nicht nur eine seiner besten Rollen der

letzten Jahren, es ist auch alles, was "Modern Love" nicht ist: rührend,

klug, witzig. Es geht um Liebe im Alter, Liebe und Tod, Liebe zu Kindern

und Liebe, die nicht funktionieren darf. Weiterer Pluspunkt: Die Serie

spielt nicht in New York.

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