Mehr Staat ist noch keine Lösung
Episode von bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter von Dr. Daniel Stelter · 30. September 2026 · 1 h 10 min
Nicht erst seit den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verwendet die SPD “New Deal” als Leitbegriff für einen wirtschaftlichen Neustart, der Wachstum und soziale Sicherheit miteinander verbinden soll. Die Wahlergebnisse der SPD sind wohl der Grund, nun vehementer eine Kurskorrektur ihrer Koalitionsregierung mit der Union zu fordern.
Eine bessere Konjunktur allein ist aber noch keine Lösung der deutschen Strukturprobleme. Es muss vielmehr um wirtschaftspolitische Antworten auf verschiedene Fragen gehen: Soll der Staat immer mehr Geld verteilen, Preise regulieren und Investitionen lenken? Oder muss er vor allem die Bedingungen verbessern, unter denen Unternehmen und Beschäftigte wirtschaftlich handeln?
Die SPD sieht scheinbar eine politische Anknüpfung an den amerikanischen “New Deal” zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren und will wirtschaftlichen Wandel durch einen aktiven Staat ermöglichen. Im Klartext bedeutet das eine stärker staatlich geplante Wirtschaft. Unabhängig davon, dass in den USA damals völlig andere Bedingungen herrschten, u. a. eine Arbeitslosigkeit von 25 Prozent, steht Deutschland vor ganz anderen ökonomischen Herausforderungen.
Bereits im Juli 2022 sprach Daniel Stelter mit Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts in München, in Episode #145 über den wachsenden Glauben an politische Steuerung. Fuest bezeichnete diese Haltung als Neodirigismus: Den Marktmechanismen und dem Wettbewerb wird wenig zugetraut, während die Nebenwirkungen staatlicher Eingriffe unterschätzt werden. In den meisten Fällen, in denen der Staat als Wirtschaftslenker aufgetreten ist, blieb die Erfolgsgeschichte aus – schlimmstes Beispiel ist die Bahn. Es geht dabei aber nicht um einen Staat ohne Aufgaben, sondern um einen Staat, der seine Aufgaben erkennt und wirksam erfüllt. Zeit für ein bto REFRESH.
Hinweis
ABSTURZ – So retten wir Deutschland: das neue Buch von Daniel Stelter. Jetzt überall, wo es Bücher gibt. Auch bestellbar bei Thalia, Amazon, geniallokal.
Hörerservice
beyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
beyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
Newsletter – Den monatlichen bto-Newsletter abonnieren Sie hier.
Redaktionskontakt – Wir freuen uns über Ihre Meinungen, Anregungen und Kritik unter [email protected].
Handelsblatt – Ein exklusives Angebot für alle „bto – beyond the obvious – featured by Handelsblatt”-Hörer*innen: Testen Sie Handelsblatt Premium 4 Wochen lang für 1 Euro und bleiben Sie zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzlage informiert. Mehr erfahren Sie unter: handelsblatt.com/mehrperspektiven
Werbepartner – Weitere Informationen zu den Angeboten unserer aktuellen Werbepartner finden Sie hier.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Weitere Episoden von „bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter“
- Ohne bezahlbare Energie keine Industrie 7. Oktober 2026
- Geopolitik sticht Klimaschutz 4. Oktober 2026
- Der falsche Schluss 27. September 2026
- Nach dem Versagen der Währungshüter 23. September 2026
- Wieder am falschen Hebel gezogen 20. September 2026
- Aus PISA nichts gelernt 16. September 2026
- Zahlen sagen mehr als 1000 Worte 13. September 2026
- 300 Milliarden falsch angelegt! 9. September 2026
- Wachstum gibt’s nicht per Formular 6. September 2026
- Wenn der Staat die Preise treibt 2. September 2026
- Gefährliche Zinswende 30. August 2026
- Europa verschläft die Geldrevolution 26. August 2026
- Chance vertan: EZB gegen Stablecoin-Reform 23. August 2026
- Inflation mit Ansage 19. August 2026
- Vermögen schlägt Einkommen 16. August 2026
Alle Episoden von bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter · Mehr Business-Podcasts