E46 – Jonas Tratz, FAKT: Wege aus der Wiederholung

Episode von Architektur, Stadt, Planung von Kerstin Kuhnekath, Bundesarchitektenkammer · 1. Oktober 2026 · 40 min

Anonyme Wettbewerbsverfahren gelten als das stärkste Instrument für Baukultur und Chancengleichheit, doch in der Praxis stehen junge und kleinere Büros vor fast unüberwindbaren Hürden. Überladene Auslobungen und stetig steigende Detailanforderungen verlangen den Teilnehmenden immense Ressourcen ab. Starre Referenzkriterien fördern nur die, die bereits gebaut haben, wofür man ein Planungsbüro sucht und sorgen für ewige Wiederholungen des Bestehenden. Jonas Tratz erlebt diese Systemkrise aus allen Blickwinkeln: Als Partner von FAKT – Office for Architecture, als Fachpreisrichter und als ehemaliges Mitglied im Ausschuss „Wettbewerbe und Vergabe” der Architektenkammer Berlin. Um dem aufgeblähten Standard etwas entgegenzusetzen, fordert er ein unbürokratisches Gegenmodell. Den Gebäudetyp E als Vorbild, soll dieses schlanke Format den administrativen Aufwand drastisch reduzieren, Kommunen die Scheu vor Verfahren nehmen und den Raum für architektonisches Experimentieren zurückgewinnen. Im Gespräch spricht er über die Verknappungsfalle bei nicht-offenen Wettbewerben, das Potenzial kollaborativer Büro-Allianzen und die Notwendigkeit, Preisgerichte diverser und generationenübergreifender zu besetzen.

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