Gäste-Akquise: So gewinnst du Top-Experten für deine nächste Podcast-Folge
Du willst Top-Speaker in deinen Podcast holen? Erfahre, wie du mit der richtigen Recherche und professionellen Pitches selbst Prominente als Gäste gewinnst.
Ein Podcast steht und fällt oft mit der Qualität der Gäste. Doch wie schafft man es, dass der vielbeschäftigte CEO, die Bestseller-Autorin oder der bekannte Branchen-Experte tatsächlich „Ja“ sagt? Viele Podcaster scheitern nicht an der Qualität ihrer Show, sondern an einem unpersönlichen oder schlecht getimten Pitch.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du eine Strategie zur Gäste-Akquise entwickelst, die auch bei hochkarätigen Persönlichkeiten Eindruck hinterlässt. Wir schauen uns an, wie du die richtige Vorarbeit leistest, einen unwiderstehlichen Pitch formulierst und welche Vorlagen du direkt nutzen kannst.
Die Vorarbeit: Recherchieren statt Spammen
Bevor du die erste E-Mail schreibst, musst du Hausaufgaben machen. Top-Experten erhalten täglich Dutzende Anfragen. Wenn dein Pitch so aussieht, als hättest du ihn per Copy-and-Paste an 50 Leute geschickt, landet er sofort im Papierkorb.
1. Den „Why You“-Faktor definieren
Frage dich: Warum ausgerechnet dieser Gast? Es reicht nicht zu sagen: „Ich finde deine Arbeit toll.“ Du musst spezifisch werden. Welcher Artikel, welches Buch oder welcher LinkedIn-Post hat dich inspiriert? Je genauer du begründen kannst, warum dieser Gast einen Mehrwert für dein Publikum bietet, desto wertgeschätzter fühlt sich die Person.
2. Die Zielgruppe des Gastes verstehen
Ein Experte kommt meistens nicht in deinen Podcast, um dir einen Gefallen zu tun. Er verfolgt eigene Ziele: Bekanntheit steigern, ein neues Buch verkaufen oder eine Dienstleistung bewerben. Recherchiere, ob der Gast gerade ein Projekt launcht. Wenn du deinen Pitch darauf ausrichtest, erhöhst du deine Erfolgschancen massiv.
Das perfekte Pitch-Deck für Podcaster
Wenn du bekanntere Persönlichkeiten anfragst, solltest du professionell auftreten. Ein kurzes, optisch ansprechendes One-Pager-PDF (das sogenannte Podcast-Mediakit) wirkt Wunder. Darin sollten folgende Infos enthalten sein:
- Zahlen & Fakten: Monatliche Downloads, Reichweite in sozialen Medien oder Nischen-Relevanz.
- Bisherige Gäste: Ein Logo-Teppich von Firmen oder Namen vergangener Gäste schafft „Social Proof“.
- Deine Zielgruppe: Wer hört zu? (Alter, Interessen, beruflicher Status).
- Der technische Ablauf: Wie lange dauert das Gespräch? Findet es per Video oder nur Audio statt?
Die Struktur eines gewinnenden Pitches
Ein guter Pitch ist kurz, prägnant und fokusiert auf den Nutzen des Gastes. Hier ist eine bewährte Struktur für deine E-Mail oder LinkedIn-Nachricht:
Der Betreff
Verzichte auf „Podcast-Anfrage“. Sei spezifischer: „Interview-Anfrage: [Dein Podcast-Name] x [Name des Gasts] – Thema: [Spezifisches Thema]“.
Der Einstieg (Das Kompliment)
Beginne mit einer echten Verbindung. Erwähne ein aktuelles Projekt des Gastes oder eine Aussage, die dich beeindruckt hat. „Ich verfolge deine Arbeit zum Thema [X] schon lange und besonders deine Ansicht zu [Y] hat mich zum Nachdenken gebracht.“
Der Pitch (Die Idee)
Komm zum Punkt. Erkläre kurz, worum es in deinem Podcast geht und warum der Gast perfekt zur aktuellen Folge passt. Schlage einen konkreten Arbeitstitel vor.
Der Mehrwert (WIIFM - What's in it for me?)
Erkläre, warum es sich für den Gast lohnt. „Mein Publikum besteht zu 70% aus [Zielgruppe], die genau vor der Herausforderung stehen, die du in deinem neuen Buch löst.“
Der Call-to-Action (CTA)
Mache es dem Gast so einfach wie möglich. Frage nicht nach einem 60-minütigen Gespräch, sondern nach einem kurzen Check-in oder biete direkt 2-3 Terminvorschläge an.
Konkrete Vorlage: Der „Eisbrecher“-Pitch
Hier ist eine Vorlage, die du für deine Akquise anpassen kannst:
Betreff: [Vorname], dein Ansatz zu [Thema] im [Podcast Name]
Hallo [Name des Gasts],
ich verfolge deine Beiträge auf LinkedIn zu [Thema] regelmäßig – besonders dein letzter Post über [Detail] hat mir eine völlig neue Perspektive eröffnet.
Ich leite den Podcast „[Dein Podcast-Name]“, in dem wir wöchentlich über [Nische] sprechen. Da mein Publikum (aktuell ca. [Anzahl] Hörer pro Folge) gerade intensiv nach Lösungen für [Problem] sucht, fände ich es fantastisch, dich als Experten dabei zu haben.
Konkret würde ich gerne 30-45 Minuten mit dir über „[Titel-Idee]“ sprechen. Das wäre die perfekte Gelegenheit, auch dein neues Projekt [Projektname] vor meiner Community vorzustellen.
Hättest du in den nächsten zwei Wochen Zeit für ein kurzes Gespräch? Wir zeichnen bequem via [Tool wie Riverside/Zencastr] auf und übernehmen den kompletten Schnitt.
Beste Grüße,
[Dein Name]
Umgang mit Absagen und das „Follow-Up“
Lass dich nicht entmutigen. Ein „Nein“ bedeutet oft nur „Jetzt gerade nicht“.
- Das Follow-Up: Wenn nach 5-7 Tagen keine Antwort kommt, sende eine freundliche Erinnerung. Oft gehen E-Mails im Postfach unter. Ein Follow-Up zeigt Ernsthaftigkeit.
- Die Warteliste: Wenn der Gast absagt, weil er gerade zu beschäftigt ist, frage höflich, ob du dich in 3 oder 6 Monaten noch einmal melden darfst. Setze dir dazu eine Erinnerung im Kalender.
- Referenzen nutzen: Wenn du bereits einen bekannten Gast hattest, erwähne dies im nächsten Pitch. Erfolg zieht Erfolg an.
Fazit
Gäste-Akquise ist Beziehungsaufbau, kein reiner Verkaufsprozess. Je mehr du zeigst, dass du dich mit der Arbeit deines Wunschgastes auseinandergesetzt hast, desto höher ist die Chance auf eine Zusage. Nutze ein professionelles Mediakit, formuliere klare Mehrwerte für den Gast und bleib hartnäckig – aber immer höflich. Mit der richtigen Strategie ist selbst der „Traumgast“, der unerreichbar scheint, nur eine gut formulierte E-Mail entfernt.